Umfangreiches Kulturprogramm von Juni bis September 

Stadtsommer Kempten startet 

Der Kemptener Stadtsommer wird heiß.
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Der Kemptener Stadtsommer wird heiß.

Kempten – Für OB Thomas Kiechle sei vor einem Jahr unvorstellbar gewesen, dass die Allgäuer Festwoche 2021 zum zweiten Mal hintereinander ausfällt. „Die Absage war die richtige Entscheidung“, sagt er, wenn sie auch nicht leicht gefallen sei. Sich dem Thema Absage bereits im März zu stellen, habe allerdings die Möglichkeit geboten, „etwas Neues aus der Wiege zu heben“. 

Deshalb sei er glücklich, jetzt eine Alternative zur klassischen Festwoche vorstellen zu können: Den Stadtsommer, der sich aus zahlreichen kleinteiligen Veranstaltungen zusammensetzt und dadurch coronakonform durchgeführt werden kann. Angesichts der sinkenden Inzidenzzahlen könne das Programm nun „guten Mutes“ angegangen werden.

Das bunte Sommerlaune-Programm in Kempten

Das Besondere: Erstmalig ist ein gemeinsames Konzept vom Kulturamt, Kempten Tourismus, Theater in Kempten, Messe- und Veranstaltungsbetrieb und City-Management Kempten erarbeitet worden. „Jeder der Akteure hat sei Profil und seine Veranstaltungsreihen eingebracht“, so Martina Dufner, Geschäftsführerin des Messe- und Veranstaltungsbetriebs.

Kempten Tourismus etwa will für die Sichtbarkeit der Veranstaltungen sorgen. So präsentierte Stefanie Schmitt (Kempten Tourismus) ein Logo, das für die Dachmarke Stadtsommer entwickelt worden ist. Die Website stadtsommer.de soll Informationen und das Gesamtprogramm bereitstellen. Zusätzlich werde in ganz Baden-Württemberg eine Radiokampagne gestartet, um auch Besucher von Außerhalb anzuziehen.

Bei der digitalen Pressekonferenz präsentierten die Organisatoren das Stadtsommer-Logo.

Im Programm enthalten sind zahlreiche Veranstaltungen, die Kemptener und Kemptenerinnen bereits kennen, und die zum Teil coronakonform modifiziert wurden. So werden auch in diesem Jahr u.a. der APC-Sommer (17.-20. Juni), das Residenzhof Open Air (ab 26. Juni), der Märchensommer auf der Burghalde und der Theatersommer stattfinden. Letzterer stellt „die Verliebten und die Verrückten“ in den Vordergrund, wie Silvia Armbruster (TiK) erklärt. Flankiert wird das altbekannte Programm von neuen Formaten wie dem „Musiksommer“, der vom City Management initiiert wurde. Dabei handle es sich um kleine Konzerte von etablierten All- gäuer Hobby- und Berufsmusikern an zunächst fünf Samstagen (ab 19. Juni), die sich in der Innenstadt verteilen. Als Standorte vorgesehen sind die Bahnhofstraße auf der Höhe der Bahnhofapotheke, die Freitreppe, Klostersteige, die Gerberstraße, Fischerstraße auf der Höhe des Künstlercafés, der Rathausplatz und einige mehr – „ein niedrigschwelliges Angebot, das entzerrend wirkt und einfach einen schönen Samstag macht“, beschreibt Niklas Ringeisen (City-Management Kempten).

Und zur „klassischen“ Festwochenzeit? Am 7. bis 15. August, dem ursprünglichen Termin, wird es im Stadtpark ein Ersatzprogramm geben. Geplant sei „ein Familienfest“, so Dufner, mit Ausstellungsbereich, Gastronomie mit einem Biergarten und einer Bühne entlang des Sparkassengeländes. Die Bühne werde dort zum ersten Mal stehen und, sollte sich der Standort bewähren, auch künftig für die „große“ Festwoche in Betracht gezogen werden. Das Unterhaltungsprogramm für die Bühne werde derzeit in Zusammenarbeit mit Kemptener Vereinen erstellt.

Der kostenlose Begleitservice für Menschen mit Unterstützungsbedarf, der bereits seit Jahren zur Festwoche angeboten wird, ist ausgeweitet worden. In diesem Jahr beschränkt er sich nicht auf die Festwochenzeit, sondern gilt den gesamten „Stadtsommer“ über bis September, und wird von der Freiwilligenagentur Oberallgäu, dem Koordinierungszentrum bürgerschaftliches Engagement der Stadt Kempten und der Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung des Caritasverbands Kempten-Oberallgäu durchgeführt.

Die Beauftragten des Stadtrats Hans-Peter Hartmann (Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche), Annette Hauser-Felberbaum (Kulturangelegenheiten) und Joachim Saukel (Tourismus und Stadtmarketing) zeigten sich begeistert angesichts des Programms. Der „Strauß der Vielfalt“, so Hartmann, sei ein „Vorbote für künftige Angebote“, die er sich im nächsten Jahr gut ergänzend zur traditionellen Festwoche vorstellen könnte. Die Belebung der Innenstadt sei, so Saukel, jetzt für Gastronomie und Einzelhandel notwendig. „Alle freuen sich, wenn in der Stadt wieder was los ist.“ Hauser-Felberbaum hofft, dass mit dem Stadtsommer der Anfang gemacht sei, „schnell auf kurzem Dienstweg, etwas zu organisieren“.

Obwohl sich die Stadt um Fördermittel bemüht hatte, seien die nicht bewilligt worden, so Kiechle. Dies solle aber „an der Substanz des Stadtsommers“ nichts ändern, da sich die Stadt und alle Akteure sich nach Monaten der Pandemie viel von der Veranstaltung versprechen.

Martina Ahr

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