Alles an einem Ort: Turnhalle, Bibliothek, Mensa, Gemeindesaal und Kindertagesstätte 

Dorfzentrum für Heiligkreuz

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Variante 1 sieht den Bau einer 16x28 Meter großen Halle mit Lagerräumen und Umkleiden vor, an die sich ein Foyer mit Zugang zur Bibliothek anschließen. Neben dem Foyer würde der Gemeindesaal entstehen, der gleichzeitig als Mensa für die Schule dienen würde. Daneben würde zweigeschossig die neue Kindertagesstätte entstehen. Variante 2 ist ähnlich, lediglich die Kita würde fast am Bestandsstandort (in der Grafik links) verbleiben und eingeschossig gebaut werden (mehr Flächenverbrauch).

Eine einmalige Chance wollen die Stadt Kempten und die Pfarrei in Heiligkreuz nutzen. Gemeinsam soll ein neues Dorfzentrum für Heiligkreuz errichtet werden, in dem eine neue Turnhalle, die Bibliothek, eine Mensa für die Schule, ein Gemeindesaal und die Kindertagesstätte Platz finden.

Einen ersten dahingehenden Beschluss trafen Jugendhilfe- sowie Schul- und Sportausschuss in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag einstimmig.

Folgende Situation herrscht derzeit in Heiligkreuz, wie Schul-, Jugend- und Sozialreferent Benedikt Mayer vorstellte:

• Vor einigen Jahren hat sich der Kulturhausverein Heiligkreuz gegründet mit dem Ziel, einen Bürgersaal zu schaffen

• Der bisherige Kindergarten ist stark sanierungsbedürftig und sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Außerdem soll eine zusätzliche Krippengruppe entstehen

• Die Mittagsbetreuung in der Grundschule Heiligkreuz ist desolat. Das Schulgebäude ist sehr knapp bemessen, es fehlen Räume. Das Gebäude ist zudem bisher nicht barrierefrei

• Die Bibliothek, die in der Trägerschaft der Kirche läuft, ist im städtischen Gebäude untergebracht und blockiert die weitere Nutzung als Schulraum

• Die Turnhalle (Tannachstraße) ist in einem schlechten Bauzustand und zumindest energetisch sanierungsbedürftig (Kosten: 558.000 Euro). Der Einbau von geschlechtergetrennten Umkleiden bzw. WC-Anlagen wäre dringend erforderlich. Im bestehenden Raumkonzept ist dies jedoch nicht möglich und da die Halle nicht einmal die Regelmaße einer Sporthalle hat, ist fraglich, wieweit eine Sanierung überhaupt förderfähig wäre.

Im Februar fand bei OB Thomas Kiechle ein Gespräch zur Ortsteilentwicklung in Heiligkreuz statt. Anwesend waren Pfarrer Rupert Ebbers, Vertreter der Kirchenverwaltung, der Bischöflichen Finanzkammer, der Diözese und der Stadtverwaltung. In diesem Gespräch entstand die Idee, eine Halle im Bereich der Schule zu errichten, wodurch ein Dorfzentrum für Heiligkreuz entstehen soll. Die dafür benötigte Fläche steht zur Verfügung. Ziel ist nun, ein abgestimmtes gemeinsames Nutzungskonzept zu erreichen. „Das geht nur, wenn Kirche und Stadt unter Einbeziehung der Vereine als künftige Mitnutzer eine gemeinsame Lösung finden“, so Mayer. Eine wesentliche Bedingung sei, dass die Kirche dauerhaft der Mitnutzung des Pfarrgartens als Schulhofnutzung zustimme, da die wesentlichen Außenflächen des Schulgrundstücks überbaut werden müssten.

Das Hochbauamt hat zwei Varianten erarbeitet, wie eine bauliche Entwicklung im Bereich der Schule und des Pfarrgartens aussehen könnte (siehe Grafik). Nach dem Gespräch bestand Übereinstimmung, dass das Projekt gemeinsam weiter verfolgt werden soll. Bei der Größe des Bauvorhabens wird von allen Seiten ein Wettbewerb befürwortet. Dies sieht laut Mayer auch Architekt Johannes Nanno Ostendorf so, der bereits für die Kirche Teile geplant hat.

Die Grundschule und der Kulturhausverein begrüßen die angedachte Lösung. Auch der SV Heiligkreuz unterstützt die Pläne, will aber zumindest Teile der bestehenden Turnhalle weiter nutzen. Für den Erhalt der bestehenden Turnhalle sprachen sich auch die Stadträte Hans-Peter Wegscheider, Dieter Zacherle (beide FW) und Dr. Dominik Spitzer (FDP) aus. Harald Platz (CSU) versprach, dass die Interessen des SV Heiligkreuz berücksichtigt werden.

Einige Fragen, die im Rahmen einer CSU-Veranstaltung im März aufkamen bezüglich Lärmschutz, Stellplätze, Baumbestand, können erst im weiteren Planungsprozess beantwortet werden.

Die beiden Ausschüsse beauftragten die Verwaltung nun, in konkrete Vertragsverhandlungen mit der Pfarrei zu gehen, mit dem Ziel, zunächst eine abgestimmte Planung zu erreichen. Die Errichtung eines gemeinsamen Dorfzentrums zusammen mit der Pfarrei, die neben den Räumen der Pfarrei den Neubau der Kita sowie einer Turnhalle auch als Veranstaltungsraum sowie die Sanierung des ehemaligen Klosters vorsieht, wird begrüßt. Ein Arbeitskreis, der den weiteren Weg begleitet, wurde ebenfalls gebildet.

Melanie Weidle

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