Schulkinder auf dem Bauernhof

Zweitklässler der Grundschule Kottern/Eich lernen auf dem Weixler-Hof

+
Wie kommt die Milch ins Glas? Um diese Frage zu beantworten, gab es für die Zweitklässler der Grundschule Kottern/Eich einen „Draußentag“ auf dem Hof der Familie Weixler in Höflings. Mitgeholfen bei der Realisation des Praxistages hat die Landwirtschaftsschule Kempten und der Ortsverband St. Mang des Bayerischen Bauernverbandes unter Mitwirkung von Kreisbäuerin Monika Mayer.

„Ist das Cola?“, fragt die kleine Nicole einen der Schüler der Praxisklasse der Landwirtschaftschule, als ein wenig Gülle aus dem großen Kanister in ihre Gießkanne läuft.

Nicole besucht die 2. Klasse der Grundschule Kottern/Eich, doch heute ist sie, wie alle ihre MitschülerInnen der 2. Jahrgangsstufe, unterwegs auf dem Bauernhof der Familie Weixler in Höflings. Dort hat die Landwirtschaftsschule des AELF gemeinsam mit dem Bauernverband und der Grundschule Kottern/Eich einen „Draußentag“ für die Kleinen organisiert.

Die Kinder sollten auf dem milchwirtschaftlichen Betrieb hautnah erleben, wie das Leben und die Arbeit auf einem Bauernhof vonstatten gehen. „Hier treffen die nächste Generation der Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte und deren Konsumenten unmittelbar aufeinander. Von solchen Treffen können beide Seiten nur profitieren“, sagte Kreisbäuerin Monika Mayer, die an diesem Tag der „Draußenschule“ ebenfalls teilnahm.

Im Stall und auf dem Feld

 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg
 © Spielberg

An sechs Stationen erfahren die Kinder Wissenswertes über die Herstellung von Milchprodukten. Bei jedem Halt gab es verschiedene Aufgaben, die die Kinder mit allen Sinnen lösten. Zuerst lernten sie die Stallbewohnerinen kennen, die sie anfassen durften. „Wie viele Zitzen hat ein Euter?, „Was frisst die Kuh?“ oder „Wie viel Milch gibt die Kuh?“, das waren Fragen, die den Kindern im Kuhstall gestellt und zugleich beantwortet wurden.

Schritt für Schritt

Dann ging es zu den frischgeborenen Kälbchen. Dort lernten die Kinder, was es mit der gelben Ohrmarke auf sich hat und was ein Kälbchen alles braucht, um sich wohlzufühlen. Beim „Hoinzen“, also dem althergebrachten Heutrocknen, erfuhren die Kinder mehr über das Mähen in früheren und heutigen Zeiten. Was heute der Heuwender macht, das wurde früher noch bewerkstelligt, indem die Bauersleute das Gras an den „Hoinza“, das Gestell zur Heutrockung, gehängt haben.

Von Grund auf

„Wie kommt es, dass aus dem Boden Gras wächst?“ Dieser Frage durften die Kinder selbst nachgehen. Sie hoben mit dem Spaten ein Loch aus und gemeinsam mit den Schülern der Landwirtschaftsschule schauten sie, welche Lebewesen und Organismen sich im Boden befinden. Die Regenwürmer und Käferlarven steckten die jungen Entdecker in Gläschen, um sie dann im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe zu nehmen.

An der letzten Station beschäftigten sich die Gruppen mit der Frage, was Pflanzen zum Wachsen brauchen und warum Gülle aufgebracht wird. Am Pausentisch ging es rund: Hier schüttelten die Schülern mit Sahne gefüllte Flaschen. Im Nu war die Sahne zu Butter geworden, die alle genüsslich auf dem Pausenbrot verspeisten.

Netzwerken

Initiiert wurde das Projekt „Draußenschule“ bereits im vergangenen Jahr. Die ursprüngliche Idee hatte Grundschullehrerin Maria Heinrich von der Grundschule Kottern/Eich. Schnell konnte sie Rektorin Diana Herzog und Konrektorin Babara Trautmann davon begeistern. Die Kreisbäuerin Monika Mayer stellte für die Pädagoginnen den Kontakt zum Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten her. In Person von Dipl. Ing. agr. Rainer Hoffmann fand sich dort der richtige Mann der Landwirtschaftsschule Kempten, der seine angehenden Landwirtschaftsmeister schnell davon zu begeistern vermochte, den Schülern der Grundschule Kottern/Eich den Alltag auf einem milchwirtschaftlichen Betrieb spannend und praxisnah zu vermitteln.

Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisbote Festwochengaudi: Das erste Wochenende macht Laune 2
Kreisbote Festwochengaudi: Das erste Wochenende macht Laune 2
Staatsminister Pschierer eröffnet die 69. Allgäuer Festwoche
Staatsminister Pschierer eröffnet die 69. Allgäuer Festwoche
Der Montag lief bei der Kreisbote Festwochengaudi gemächlich an
Der Montag lief bei der Kreisbote Festwochengaudi gemächlich an
Video
So finden Sie den richtigen Boden für Ihr Zuhause
So finden Sie den richtigen Boden für Ihr Zuhause

Kommentare