Stark trotz Schwäche

Stolz stellen die am Projekt beteiligten Schüler ihre Arbeiten vor. Die Hälfte von ihnen hat bereits einen Arbeitsplatz gefunden. Foto: Spielberg

Auf den ersten Blick erscheinen einem Vanessa, Alessia, Kevin und Patrick als ganz normale Jugendliche und doch haben alle vier ein gemeinsames Handicap, sie haben eine Lernschwäche. Es fällt ihnen schwer im alltäglichen schulischen Betrieb Anschluss zu halten mit ihren Schulkameraden. Dass aber Jugendliche, die in Mathematik oder Deutsch schlechte Noten heimbringen, durchaus imstande sind, Außergewöhnliches zu leisten, dies sollte sich in einem Projekt der Robert-Schuman-Mittelschule in Kooperation mit der BSG-Allgäu bewahrheiten.

Im Sommer des Jahres 2010 entstand im Kollegium die Idee im Unterrichtsrahmen der angegliederten Praxisklasse der Mittelschule-Robert-Schuman mit den Schülern gemeinsam ein künstlerisches Projekt auf die Füße zu stellen. Rektor Herbert Rotter und Konrektorin Elisabeth Zeilhuber-Strunz skizzierten gemeinsam mit den Klassenlehrern der Praxisklasse die Idee, eine Fassadengestaltung für ein Gebäude der BSG-Allgäu gemeinsam mit ihren Schülern vorzunehmen. Bei der Umsetzung dieser Idee stand ihnen, wie bereits mehrfach zuvor, wieder die Maler- und Keramikmeisterin Renate Fischer zur Seite. Unter ihrer Leitung wurde die Idee gemeinsam mit den Schüler geschärft und ausformuliert. Es sollte eine Art Wandgemälde entstehen, das sich am Ende zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügt. Derweil gab auch die bereits involvierte BSG-Allgäu grünes Licht und bot den Akteuren als Fassade die große Innenwand der Seniorenwohnanlage Eichendorfweg 10 in Sankt Mang zur Gestaltung an. Die BSG-Allgäu, so Vorstand Mario Dalla Torre, bei seiner Ansprache vor Ort zur Einweihung der Gemäldewand, beteilige sich gerne an solchen sozialen Projekten, nicht zuletzt auch deshalb, weil einige der Schüler der Robert-Schuman-Mittelschule mit ihren Eltern selbst Mieter und somit Mitglieder der BSG-Allgäu sind. Zudem sei es schön zu sehen, dass Jung und Alt gleichermaßen beteiligt sind und die Jugendlichen hier eine Gelegenheit erhielten, an einer Aufgabe zu wachsen. Enorme Leistung Es sind nicht nur die Dimensionen des Wandgemäldes die riesig erscheinen, immerhin wurden schlussendlich 20 Tafeln mit jeweils fünf Quadratmetern Fläche durch die Hausverwaltung der BSG an die Innenfassade angebracht, auch der zeitliche Aufwand und die kreative Energieleistung der Jugendlichen war enorm. Schließlich wurden zuerst vier verschiedene Entwürfe den Bewohnern der Seniorenanlage unterbreitet und extra ein Modell angefertigt, das die spätere Anmutung des Werkes den Bewohnern besser verdeutlichen sollte. Tatkräftige Umsetzung Diese hatten schnell einen Favoriten, eine Art „Fantasiekarte” wurde als Motiv ausgewählt, und flugs machten sich die jungen „Künstler” unter der fachmännischen Leitung von Renate Fischer an ihr Werk. So entstand mit der Zeit das nun von den Bewohnern täglich zu bewundernde Gesamtkunstwerk im Eichendorfweg 10 in St.-Mang. Die Jugendlichen selbst stellten stolz ihr Werk am Tag der Einweihung dem Vorstand der BSG-Allgäu, den Bewohnern, dem Kemptener Stadtrat Franz Mayr (CSU) und der Presse vor und man spürte, wie glücklich die Beteiligten waren, an diesem Tag zu erfahren, wie viele Menschen positiv Anteil nehmen an ihrem Engagement. Dazu konnte an diesem Präsentations-Tag stolz verkündet werden – die Hälfte der an der Arbeit beteiligten Jugendlichen der Praxisklasse der Robert-Schuman-Mittelschule hat bereits einen Ausbildungsplatz gefunden.

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