Starker Einbruch

Die Bewertung der aktuellen Geschäftssituation bei den Unternehmen in Kempten ist im Vergleich zum Vorjahr stark eingebrochen. Das ergab die Unternehmensbefragung 2009. Die Ergebnisse gab die Stadtverwaltung jetzt bekannt. 66 von 133 angeschriebenen Betrieben haben sich an der Befragung beteiligt.

Die Unternehmensbefragung stand ganz im Zeichen der aktuellen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Lediglich rund 22 Prozent der Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftssituation noch als sehr gut bis gut, 41,5 Prozent als zufriedenstellend. Die Konjunkturkrise zeigt sich nach der Analyse der Befragung vor allem in Form von Auftrags- und Umsatzrückgängen. Derzeit versuchen die Firmen, die Auswirkungen der Krise durch Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden in den Griff zu bekommen. 40 Prozent der Befragten sehen für die weitere Geschäftsentwicklung positive Signale, nahezu 30 Prozent erwarten jedoch eine negative Geschäftsentwicklung. Weniger Mitarbeiter Nur noch knapp 37 Prozent bewerten ihre Auftragslage als besser oder zumindest gleich wie im Vorjahr, für 63 Prozent der Befragten zeigt sich eine schlechtere Lage. Damit bewerteten die Firmen die aktuelle Geschäftslage weitaus negativer als im Vorjahr. Die Mitarbeiterentwicklung am Standort Kempten war laut der Studie im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich. Bei rund 37 Prozent der Befragten gab es in den vergangenen drei Jahren eine positive Entwicklung, bei etwa 38 Prozent war im gleichen Zeitraum eine rückläufige Mitarbeiterzahl zu verzeichnen. Fast 57 Prozent der befragten Unternehmen bilden aus. Als Gründe, warum keine Auszubildenden im Betrieb beschäftigt werden, gaben die Firmen Kostengründe, mangelnde Zeit, zu kleiner Betrieb, kein Bedarf oder Ausbildung erfolgt an zentralen Standorten des Unternehmens an. Zur Frage nach den aktuell größten Problemen für das Unternehmen nannten die Befragten laut Studie Themenbereiche wie Wirtschaftskrise, Konkurrenzkampf oder Kreditvergabe am häufigsten. Als aktuelle Herausforderungen sehen die Unternehmen die „Bewältigung der Krise“, „Sicherung der Arbeitsplätze“ und „Erschließung neuer Märkte“. Bei annähernd 79 Prozent der Interviewten hat sich die Finanzkrise direkt auf das Unternehmen ausgewirkt. Die Standortfaktoren in Kempten sind bei der Befragung 2009 insgesamt positiv bewertet worden. Besonders gut schnitten folgende Faktoren ab: Nähe zu Flughafen, Image der Stadt/Region, Wirtschaftliche Entwicklung Kemptens, Bildungseinrichtungen, Freizeitwert der Region und Qualität der kommunalen Verwaltung.

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