Mitreißende Zeitreise

BAP starteten ihre Tour mit einem Warm-Up Konzert im Kempten

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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.
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Den Auftakt der neuen BAP-Tournee feierte Wolfgang Niedecken am Dienstagabend zusammen mit seiner Band in der bigBOX.

Kempten – Wolfgang Niedecken und seine Band feierten gemeinsam mit rund 1700 Zuschauern in der bigBOX Allgäu den Auftakt der neuen BAP-Tournee.

Wer BAP kennt weiß, dass ein Konzert viel mehr bedeutet, als eine bloße Aneinanderreihung von Liedern. In gediegenem Südstaatenambiente - die Bühne war wie eine Südstaatenvilla gestaltet, mit rot ausgelegter breiter Treppe, Kronleuchtern, Palmen und einem trägen, weißen Deckenventilator –, boten die Musiker eine mehr als dreistündige mitreißende und berührende Zeitreise durch 40 Jahre Bandgeschichte. Diese begann mit Glockengeläut der Kemptener Sankt Lorenz-Kirche und zeigte von Angestaubtheit keine Spur.

Fans der ersten Stunde (von ihnen waren dem Anschein und der Textsicherheit nach viele angereist) wurde gleich zu Beginn mit zwei Klassikern beglückt. Den Anfang machte „Drei Wünsch frei“ aus dem Jahr 1984, gefolgt von einer echten Überraschung: Nach etlichen Jahren spielten BAP erstmals wieder ihren alten Hit „Waschsalon“. Den hatte Niedecken eigenen Aussagen zufolge „selbst irgendwann nicht mehr hören können“. 

Da die Band aber bei dieser Tour zum ersten Mal eine Bläsersektion mit an Bord hat, kam das Stück aus dem Jahr 1981 neu arrangiert und lässig dahingroovend zu neuen Ehren. Die Idee, sich diese Art der musikalischen Verstärkung zu holen, hatte bei der Produktion von Wolfgang Niedeckens aktuellem Soloalbum Gestalt angenommen. „Das Familienalbum – Reinrassije Strooßekööter“ wurde in New Orleans aufgenommen (deshalb auch das Bühnenbild) und diese ganz speziellen Sounds künstlich zu erzeugen, kam nicht infrage. So wurde das Trio aus Saxophon, Trompete und Posaune engagiert. „Auf einmal können wir Stücke wieder spielen, die wir ewig nicht gespielt hatten – und zwar so wie wir es uns immer gewünscht haben“, freute sich Niedecken, der sich gemeinsam mit seinen allesamt exzellent aufspielenden Mitmusikern „fünf wunderschöne Tage lang“ in der bigBox auf die Tour vorbereitet hatte. 

Die Songauswahl, an der Niedecken lange gefeilt hatte, ließ keine Wünsche offen. So gab es Preziosen aus der persönlichen ­„Liebeskummertrilogie“ des 67-Jährigen („Anna“), verschwitzten Rock´n´Roll („Arsch huh, Zäng ussenander“), satten Südstaaten-Bluesrock („Frau ich freu mich“), „Dausende vun Liebesleeder“ an seine Heimatstadt Köln, den „Jebootsdaachspogo“ in der Cajun-Punk-Version und etliche andere wohlbekannte Stücke, die im neuen, New Orleans typischem Bläsersound daherkamen und unweigerlich mitrissen. 

Niedecken wäre nicht Niedecken, wenn er nicht auch, wie in „Vision vun Europa“ auf eindringliche Weise zu politischen Geschehnissen wie der Kriegs- und Flüchtlingsthematik Bezug nähme: „Das ist etwas, was wir alle auf die Reihe zu kriegen haben“, mahnte er. Die berührenden, persönlichen Erinnerungen aus seiner Familiengeschichte wurden zu „Der Chippendale Desch“ durch großflächige Projektionen alter Familienfotos oder Bilder des zerbombten Nachkriegs-Köln („Jupp“) illustriert. 

Bei alledem herrschte stets das heimelige Gefühl, dass man gemeinsam mit Niedecken ein gutes Stück des Lebensweges gegangen, gemeinsam älter und reifer geworden ist – und dass man auch nach 30, 40 Jahren noch rocken kann. Am Ende der mehr als dreistündigen Show stand schließlich die ganze Halle Kopf und wollte die Band gar nicht mehr von der Bühne lassen. Als Dankeschön gab's im zweiten Zugabenblock dann tatsächlich noch „Verdamp lang her“ und als allerletzten Gruß „Jraaduss“. „Diese Woche war uns ein Fest und ganz besonders das Konzert“, bedankte sich Niedecken. „Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir vertiefen und morgen Abend Stuttgart auseinander nehmen.“

Sabine Stodal

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