In den Startlöchern

Auf Hochtouren laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für den Kemptener Jazz Frühling in seinem 25. Jubiläumsjahr. Rund geht es auch beim Kartenservice Hensler, wo Klecks-Vorsitzender Hansjürg Hensler und seine Frau Christa auf Trab gehalten werden. Mit dem Kartenvorverkauf für die über 80 Veranstaltungen zeigten sich beide schon vor Beginn des Festivals zufrieden. Tickets gebe es aber noch für fast alle Veranstaltungen, betonen sie.

Bereits jetzt ausverkauft sind allerdings die Konzerte von Al di Meola, dem Junker-Klaiber-Duo im Kunsthaus Lipp und, je nach Wetterlage, die Schlussveranstaltung, die nur bei schönem Wetter noch mehr Menschen verkraftet. Davon, dass auch im 25. Jahr Flexibilität seitens der Veranstalter gefordert ist, wusste der Vorsitzende im Gespräch mit dem KREISBOTE zu erzählen. Beispielsweise vom hürdenreichen Weg, um das Vienna Art Orchestra auf die Bühne des Jazzfrühlings zu bekommen, der kurz vor dem Ziel noch eine extra Herausforderung bot. Schon seit Jahren habe sich der Klecks um einen Auftritt des „bedeutendsten Big-Band-Orchesters Europas“ bemüht. Dann dessen Auflösung im vergangenen Jahr und Dank Finanzspritze des österreichischen Staates die Neuformierung mit einem neuen Projekt. Als Lohn für die hartnäckigen Bemühungen des Klecks finde die Welt-Uraufführung nun beim Jazz Frühling statt, freute sich Hensler. Allerdings, kommt er auf die unvorhergesehene Schwierigkeit zu sprechen, nicht wie geplant im Kornhaus, sondern im Stadttheater (TiK). „Das Projekt hat sich so gewaltig entwickelt“, dass es im Kornhaus nicht mehr zu verwirklichen sei. Zwar bringe das Orchester die technische Ausstattung mit, aber die „ist zu schwer für die dortige Bühne“, was Tom Nickel, Techniker vor Ort, gottlob rechtzeitig bemerkt habe. Als spezieller Service werde ein kostenloser Shuttle-Bus ab etwa 19.45 Uhr bis 20.15 Uhr zwischen Kornhaus und TiK eingesetzt. Das Projekt „ist zu einer Riesenshow“ gewachsen, die Jazz mit Klassik auf „First-Class-Niveau“ verbinde. Dafür sei sogar ein Streichquartett in die Big Band integriert worden, dazu Videoprojektion und vieles mehr, schwärmt Hensler über die „Sensation für Kempten“. Sowohl der künstlerische Direktor des Theaters, Peter Baumgardt, als auch die Dramaturgin des Hauses, Nikola Stadelmann, „waren sehr kooperativ“, lobt er die spontane Unterstützung, für die der am selben Tag im Theater Oben angesetzte „Parzival“ kurzerhand auf die Bühne im Klecks verlegt worden sei. Fast schon „kammermusikalischen Charakter“ hätte das Novum „AÜW-Jazzperlen“, da die Musiker „für den Ton keinen Strom bekommen“, schmunzelt er über die drei Veranstaltungen in der Stadtsäge und Turbinenhalle. Speziell zum Jubiläum werde es am ersten Mai ab 11 Uhr an verschiedenen Orten in der Innenstadt mit sieben Big Bands zur Sache gehen, die sich um 14 Uhr zu einem gemeinsamen musikalischen Stelldichein an der Freitreppe einfinden. Im Bereich Gospel biete der Jazz Frühling „absolut authentische“ Chöre und keine Showgruppen, wie inzwischen zunehmend üblich, betonte er. Auch einen Jazz-Gottesdienst in der Lorenz Basilika werde es wieder geben, diesmal mit Walter Lang, für den „extra ein Klavier in die Kirche gebracht wird“. Vor allem beim weiblichen Publikum „richtig begehrt“ seien die Tickets für das Konzert von der „Exotin“ des Festivals, Erika Stucky mit Band, deren Alphornmusik er als „progressiv“ einstuft. Eigentlich werde außer Freejazz und punkigem Jazz an den zehn Tagen so ziemlich alles geboten. Und, „es wird nichts modernes zwischen traditionelles geschmuggelt“, sondern jeder könne selbst entscheiden, was er hören will. Wer sich für Höhepunkte und Anekdoten der zurückliegenden 25 Jahre Jazz Frühling interessiert, findet unter dem Punkt „Historie“ auf www.klecks.de reichlich Stoff.

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