1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

Startschuss für die Seniorenanlage „Postresidenz“ in Altusried ist gefallen

Erstellt:

Kommentare

Spatenstich, Postresidenz Altusried, Seniorenpark, Pflege, AllgäuPflege, betreutes Wohnen
Zehn Vertreterinnen und Vertreter der projektbeteiligten Gremien und Unternehmen packten beim Spatenstich tatkräftig mit an. © Stodal

Altusried – Einige Jahre lang arbeiteten die Verantwortlichen auf diesen Tag hin: Am Dienstag 15. März wurde nun der Bau der Seniorenanlage „Postresidenz“ in der Ortsmitte eingeläutet.

Das 16,9-Millionen-Projekt soll Ende 2023 fertiggestellt sein. Träger der Postresidenz ist die traditionsreiche Kreisspitalstiftung Kempten, betrieben wird sie von der AllgäuPflege gGmbh – das gemeinnützige Unternehmen mit Hauptsitz in Sonthofen betreibt bereits das Spital Immenstadt, das Spital Sonthofen, die Seniorenresidenz Blaichach, den Seniorenpark Altusried sowie einen Pflegedienst, zwei Tagespflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen.

Einige Hürden

„Heute ist ein Tag, auf den wir alle lange hingefiebert haben“, sagte Altusrieds 1. Bürgermeister Joachim Konrad in seinen einleitenden Worten vor den zahlreichen geladenen Gästen im Altusrieder „Rössle“-Saal. „Die Geräusche der Bautätigkeiten, die ich jeden Tag vom Rathaus aus höre, sind Musik in meinen Ohren“, gab er zu. Schließlich habe er den langwierigen Planungen des Mammutprojektes, die von einigen Rückschlägen überschattet waren, „zwei Drittel der grauen Haare und die Hälfte aller Falten im Gesicht“ zu verdanken, scherzte der 44-Jährige.

Zu besagten Rückschlägen zählten etwa das „Einkassieren“, wie er es nannte, der ersten Bauplanung, gefolgt von der Neuplanung, schwierigen Grundstücksverhandlungen sowie der (auf fehlende staatliche Haushaltsmittel zurückzuführenden) Nichtberücksichtigung staatlicher Förderungen im vergangenen Jahr. Von alledem habe man sich jedoch niemals entmutigen lassen, betonte der Rathauschef. „Die unbändige Kraft, der Glaube an das Projekt und der allseitige unerschütterliche Wille, die Postresidenz zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, haben mich zutiefst beeindruckt.“

Joachim Konrad nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten für ihre große Unterstützung und ihren konstruktiven Einsatz zu bedanken.

Die Gesamtkosten in Höhe von rund 16,9 Millionen Euro verteilen sich auf die Kreisspitalstiftung Kempten, den Landkreis Oberallgäu, die Marktgemeinde Altusried und den Freistaat Bayern, der das Projekt mit 2,25 Millionen Euro aus der „PflegesoNah“-Förderung mitfinanziert.

Auch Landrätin Indra Baier-Müller lobte in ihrem Grußwort den großen Zusammenhalt, „der letztlich dazu geführt hat, dass wir nach vielen Jahren der Planungen nun loslegen können.“ Sie selbst sei zutiefst überzeugt „von dieser wunderbaren Einrichtung für Senioren“, die den verschiedensten Bedürfnissen der Seniorenbetreuung Rechnung trage und versprach: „Der Landkreis und die Kreisspitalstiftung werden alles daransetzen, den Bau im gegebenen Zeit- und Kostenrahmen umzusetzen, trotz der aktuellen schwierigen politischen Gegebenheiten.“

Unterschiedliche Wohn- und Pflegeformen und Begegnungsstätte

Das Konzept sieht folgendermaßen aus: Die Postresidenz wird aus vier miteinander verbundenen, aufgelockert platzierten, barrierefreien Gebäuden bestehen. Diese werden eine stationäre Pflege mit zwei Wohngruppen für jeweils 15 Bewohnerinnen und Bewohner, 24 Wohnungen (mit durchschnittlich 37 Quadratmetern Wohnfläche) für das „Betreute Wohnen“, eine Tagespflege mit 18 Plätzen, eine Kurzzeitpflege mit bis zu fünf Plätzen sowie eine Pflegeberatungsstelle beheimaten.

Auch die Verwaltung und der ambulante Dienst der AllgäuPflege werden hier untergebracht sein. Die Postresidenz soll überdies zu einer Begegnungsstätte zwischen Bewohnern und der Bevölkerung in der Ortsmitte werden. Hierzu soll auch die geplante, ehrenamtlich betriebene Begegnungsstätte „Poststüble“, beitragen.

Wie Antje Kasparek, die Projektverantwortliche bei der AllgäuPflege erläutert, wird das Gebäude dem KfW-55-Standard entsprechen und über eine eigene Photovoltaik-Anlage verfügen. „Diese nehmen wir vom Seniorenpark Altusried mit“, erklärt sie. Das Nachhaltigkeitskonzept umfasse zudem den Anschluss an das geplante Nahwärmewerk der im Februar 2022 gegründeten Bürgerenergiegenossenschaft Altusried (BEGA), zu deren Gründungsmitgliedern die Kreisspitalstiftung Kempten zählt. Trotz der hohen Holzpreise sei es den Verantwortlichen wichtig gewesen, an der nachhaltigen Hybrid-Bauweise festzuhalten, betont sie.

Über 90 Prozent der Aufträge seien mittlerweile über eine europaweite Ausschreibung vergeben worden. „Wir freuen uns sehr, dass darunter auch viele bayerische und regionale Betriebe zu finden sind“, so Kasparek.

Landrätin Indra Baier-Müller griff nicht allzu weit in die Zukunft, indem sie sagte: „Ich freue mich schon auf die baldige Einweihungsfeier.“

kb

Lesen Sie auch: Polizei vermeldet niedrige Fallzahlen und eine hohe Aufklärungsquote für das Jahr 2021

Auch interessant

Kommentare