Polizeiinspektion Kempten: Sicherheitsniveau konnte 2015 verbessert werden

"Insgesamt sehr gute Statistik"

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Die Entwicklung der Gesamtkriminalität im Zuständigkeitsbereich der PI Kempten seit 2006.

Kempten – 3,1 Prozent weniger Straftaten, eine geringere Häufigkeitszahl und eine Aufklärungsquote von 73,3 Prozent konnte Polizeidirektor Günter Hackenberg, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Kempten, am vergangenen Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015 für den Dienstbereich der PI Kempten präsentieren. Er sei „sehr erfreut über die Entwicklung“ und sprach von einer „insgesamt sehr guten Statistik“.

Die PI Kempten verzeichnete 2015 in ihrem Zuständigkeitsgebiet (Stadt Kempten und Altlandkreis) insgesamt 5384 polizeilich erfasste Straftaten. Dies bedeutet eine Abnahme von 174 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Die Rauschgiftkriminalität nahm 2015 im Vergleich zum Vorjahr allerdings um 97 Fälle (394 / +32,7 Prozent) zu. Für diese Steigerung hatte Hackenberg jedoch eine einfache Erklärung parat: Die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität war 2015 ein Jahresziel der PI Kempten, was bedeutet, dass mehr Kontrollen stattfanden. Zur Aufhellung des Dunkelfeldes in diesem Bereich sind auch heuer wieder verstärkte Kontrollmaßnahmen vorgesehen.

Die Häufigkeitszahl – Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner pro Jahr – liegt für den Dienstbereich der PI Kempten bei 3994. Zum Vergleich: Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums (PP) Schwaben Süd/West liegt sie bei 4390, bayernweit bei 6350. 73,3 Prozent der Straftaten (3947 der 5384) konnten 2015 von der PI Kempten aufgeklärt werden. Damit wurde im zwölften Jahr in Folge eine Aufklärungsquote von über 70 Prozent erreicht.

Einen moderaten Rückgang konnte Hackenberg für den Bereich Wohnungseinbuchdiebstähle anführen (-6,4 Prozent), wies allerdings auf die bisher ungeklärte kleine Serie hin, die es heuer schon in Börwang gegeben hat. „Jeder Fall ist einer zu viel“, betonte er, weshalb auch heuer wieder verstärkt Präventions- und Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden, beispielsweise in Form von Infoständen. In diesem Zusammenhang appellierte er auch an die Bevölkerung: „Es ist wichtig, dass die Leute anrufen, wenn sie etwas verdächtiges wahrnehmen. Lieber einmal zu viel als zu wenig.“

„Wir haben schon Einsätze, vor allem in den Unterkünften, aber meist geht es da um ganz banale Geschichten wie Beleidigungen oder Streitereien“, berichtete Hackenberg zum Bereich Asyl. Fälle wie ein versuchtes Tötungsdelikt in Lauben oder der des Asylbewerbers, der Studentinnen sexuell belästigt hat, seien die Ausnahme. Die Asylbewerber seien in Sachen Straffälligkeit nicht auffälliger als andere, unterstrich der PI-Leiter. Häufig handle es sich um junge Männer und das seien auch bei den Deutschen diejenigen, die am häufigsten Straftaten begehen.

Weiter Thema sind auch die Straftaten „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“, die 2015 von neun auf 18 gestiegen sind sowie „Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte“, zu denen unter anderem vorsätzliche Körperverletzung und Beleidigungen gehören. Hier wurde gegenüber 2014 im vergangenen Jahr zwar ein Rückgang verzeichnet (57 / -12), allerdings „lässt der Respekt der Polizei gegenüber zu wünschen übrig“, so Hackenberg.

Insgesamt sei er jedoch sehr zufrieden mit der Entwicklung der Kriminalität im Bereich der PI Kempten in einem „anstrengenden Jahr für die Polizei“. Obwohl im vergangenen Jahr über 30 Mitarbeiter der PI für den G7-Gipfel auf Schloss Elmau abgestellt wurden, konnte das Sicherheitsniveau verbessert werden.

Einschneidendes Erlebnis 

Noch länger in Erinnerung bleiben wird wohl der größte Fall der PI in 2015: Der Messerangriff im Forum Allgäu am 28. Dezember (der Kreisbote berichtete). „Dass so etwas auch in Kempten vorkommen kann, war auch für viele Bürger ein einschneidendes Erlebnis.“ In diesem Zusammenhang lobte Hackenberg das beherzte Eingreifen eines Bürgers bei diesem Fall. „Wir brauchen die Bevölkerung, die mithilft.“ In Kempten und im Altlandkreis sei jedoch das Miteinander gegeben.

Jahresziele für 2016 sind neben den verstärkten Kontrollen im Bereich der Rauschgiftkriminalität und der Präventionsarbeit im Bereich Wohnungseinbrüche unter anderem die Weiterführung der in den Vorjahren mit Erfolg praktizierte Jugendpräventionsarbeit an den Schulen sowie ziel- und ortsorientierte, ganzheitliche Verkehrskontrollen, mit denen schweren Verkehrsunfällen entgegengewirkt werden soll.

Melanie Weidle

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