Steigendes Interesse

Die Vorsitzende Ursula Stein (rechts) und ihre Stellvertreterin Ursula Kofler freuen sich mit Giuseppe Diasparra, in dessen Restaurant die Jahresversammlung stattfand, über das steigende Interesse am Verein „Utange”. Foto: Kampfrath

Der bewegendste Moment kam gegen Ende. 24 dunkelhäutige Kinder betreten tanzend und singend einen Raum. Es ist die Szene aus einem Film, den Uschi Stein im Oktober 2011 in Utange gedreht hatte. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, der den Namen des kenianischen Dorfs trägt. Am vorvergangenen Mittwoch fand im Restaurant „La Perla“ in Betzigau die nunmehr vierte Jahresversammlung statt.

Der Verein setzt sich dafür ein, dass Kinder mittelloser Eltern in Utange die Schule besuchen können. Dies ermög- lichen Patenschaften, die den Schulbesuch, zwei Schuluniformen, Schulbücher und andere Dinge finanzieren. Die betreffende Filmszene spielt im Casuarina Waisenhaus, das die Engländerin Debbie Scott 2006 gründete. An einer Stelle hat einer der tanzenden Jungen Schwierigkeiten mit der Choreografie und bohrt ratlos in der Nase. Die etwa 60 Anwesenden reagierten darauf mit Lachen. Der Film zeigt auch das „Feeding programme“. Einmal pro Woche erhalten Kinder in der Utange Baptist Church Essen. Der Pfarrer John Kahindi Baya ruft die Mädchen und Jungen auf und gibt ihnen einen Plastikteller. „Das ist auch ein Projekt, das unser Verein unterstützt“, sagte Stein. Auch einen Teil des Gottesdienstes, der in der Kirche zwei bis drei Stunden dauert, hielt die gebürtige Hamburgerin in dem Film fest. Während seiner Ansprache lacht der Pfarrer mehrmals laut. Überhaupt lächeln die Menschen in dem Video viel und sind stets freundlich. Darauf hatte Ursula Stein bereits zuvor in ihrer Ansprache hingewiesen. „Die Kinder haben oft tagelang nichts gegessen, aber das sieht man ihnen nicht an. Sie sind so freundlich, dass ich mich frage, warum wir oft so griesgrämig schauen.“ Helfer gesucht Die Vorsitzende stellte ihre Mitarbeiterinnen Ursula Kofler, Ruth Menziger und Elisabeth Brauner vor. Über weitere tatkräftige Helfer würde sie sich freuen. „Neue Ideen sind immer erwünscht.“ Durch den Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt in Betzigau habe der Verein rund 1200 Euro eingenommen. Einzelne Mitglieder hatten dazu Marmelade, Lebkuchenmänner, Muffins, Eierlikör, Selbstgestricktes und andere Sachen zum Verkaufen beigesteuert. „Für einige Kinder, die auffallend schlecht in der Schule waren, haben wir im vergangenen Jahr einen Nachhilfeunterricht organisiert“, erklärte Ursula Stein. Mit Hilfe der Zeugnisse, die der Schulprinzipal Nathaniel Nyawa Malau regelmäßig schicke, suche sie nach Schülern, die Nachhilfe benötigen. „Ich gebe dann den Pateneltern Bescheid, die meist dazu bereit sind, ein paar Euro mehr zu bezahlen.“ Der Verein begleite die Kinder bis zum Ende der Secondary School, die mit der achten Klasse beginne. Sie ende nach vier Jahren und entspreche dem Gymnasium in Deutschland. Ursula Stein berichtete über eine weitere Neuheit: Durch zusätzliche Gelder bekämen die Patenkinder täglich ein warmes Mittagessen. „Das hilft auch den Familien, da es so einen Esser weniger gibt.“ Mit Kartoffeln, Bohnen und Erbsen erhielten die Kinder ein richtig deftiges Essen. Die Zahl der Patenschaften sei in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen. Gab es Ende 2007 30 Pateneltern, so seien es mittlerweile 139. Neues Gebäude Damit wachsen auch die Schülerzahlen an der Utange Baptist School. „Momentan sind es rund 440 Schüler, so dass die Klassendichte hoch ist. Die dritte Klasse hatte 65 Schüler und musste geteilt werden“, so die Vorsitzende. Deshalb sei der Bau von neuen Schulräumen dringend notwendig. „Das kostet rund 7500 Euro. Bisher sind dafür 1245 Euro eingegangen.“ Mit dem Fundament des Gebäudes werde jetzt begonnen, danach gehe man Schritt für Schritt vor. „Wir haben im vergangenen Jahr eine Summe von 29 560 Euro eingenommen“, berichtete Ursula Stein, die gleichzeitig auch Kassenwart des Vereins ist. Das Geld stamme unter anderem aus den Patenschaften, Spenden, Verkäufen und Beiträgen der Mitglieder. Ausgegeben habe der Verein im vergangenen Jahr 24 310 Euro. Vorsitzende Ursula Stein war im März dieses Jahres zum letzten Mal in Utange und fliegt bereits im Oktober wieder nach Kenia. „Ich müsste eigentlich viel öfter nach Utange reisen, um zu sehen, wie die Projekte laufen“, sagte sie abschließend.

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