Baumaßnahmen beginnen

Mehr Nähe zum Wasser

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Dieses Modell zeigt, wie sich die Planer und das AÜW das neue Wasserkraftwerk an der Kaufbeurer Straße derzeit vorstellen können.

Kempten – Eine Fischaufstiegshilfe; eine große Plattform, die sich in zwei Bereiche gliedert und dadurch noch mehr Nähe zum Wasser zulässt; zwei Baukörper, von denen einer als Zugang zur Turbine dient, der andere als kleine Bar.

So soll nach aktuellem Stand das Neue Dotationskraftwerk des Allgäuer Überlandwerks (AÜW) an der Kaufbeurer Straße gegliedert sein. Diesen stellten die Beteiligten am Montagabend vor.

Das Kraftwerk soll nicht nur Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft liefern, sondern ebenso ein Ort zum Verweilen und Wohlfühlen für die Menschen werden. Bereits Ende dieses Monats soll mit den vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen werden. Das von AÜW und dem Kemptener Architekturbüro f64 entwickelte Nutzungskonzept, das neben der Energieerzeugung Gastronomie und Ausstellungsmöglichkeiten vorsieht, war im Rahmen des von den Altstadtfreunden initiierten Projekts „Iller erleben“ angestoßen worden.

Thomas Meusburger von f64 stellte die überarbeitete Planung vor rund 50 Interessierten in der AÜW-Stadtsäge vor. Viele der Hinweise aus der ersten Info-Veranstaltung seien darin aufgenommen worden, meinte AÜW-Chef Michael Lucke. Die beiden Plattformen bilden demnach eine frei zugängliche Terrassenlandschaft mit Sitzgelegenheiten. Darunter liegt die Turbine sowie Stauräume, um beispielsweise Dinge für den Barbetrieb lagern zu können.

Eine große Änderung gegenüber der vorigen Planung seien die beiden Baukörper mit – „ein ganz wichtiger Punkt“ – Dachbegrünung, die Meusburger als den Platz aufwertende „städtebauliche Weiterentwicklung“ bezeichnete. Ziel sei es, sie „möglichst zurückhaltend einzubetten“. So sei das Gebäude eher in die Kaufbeurer Straße „hineinmodelliert“ und von dort aus nur als kleiner Streifen sichtbar. Die vom Stuttgarter Büro „junglednerves“, das bereits bei der Erasmuskapelle zum Einsatz gekommen war, mitentwickelte Ausstellung soll sich in drei übergeordnete Bereiche gliedern: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und sich mit Themen wie der Industriegeschichte Kemptens, Wasserkraft, Energienutzung sowie Energiezukunft beschäftigen. „Wir sind da ein bisschen in einem Kreativprozess“, sah Lucke hier Kooperationen mit Partnern wie ZAK, Hochschule oder den Altstadtfreunden.

Die Baumaßnahmen sollen laut Dipl.-Ing.(FH) Volker Wiegand, Technischer Leiter beim AÜW, möglichst schonend für Anlieger und Verkehrsteilnehmer ausgeführt werden. Im Mai sollen bereits die notwendigen Baumfällungen vorgenommen werden. Eine Besonderheit dabei: Die gefällten Bäume werden auf einem Erdwall entlang der Kaufbeurer Straße gelagert, um für die dort ansässigen Fledermäusen während der Bauzeit zur Orientierung und Nahrungssuche verfügbar zu sein.

Aber vor allem „wichtig für uns ist der Termin im Dezember“, blickte Wiegand auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Generators. Bis Mai 2015 soll schließlich auch die Gestaltung der Freiflächen abgeschlossen sein.

Ein „nochmaliges Überarbeiten“ der Planung mahnte Dieter Schade, ehemaliger Baudirektor im Wasserwirtschaftsamt und Mitglied der Altstadtfreunde, bezüglich der Hochwasserproblematik an. So lägen zum Beispiel die Baumeister- und Hochbauarbeiten, die laut Zeitplan zwischen Juli und November ausgeführt werden sollen, in Bezug auf den Wasserstand „ungünstig“. Als „vernünftig“ und auch finanziell „machbar“ befand Lucke Schades Vorschlag, eine Hochwasserschutzvorrichtung aus Tafeln vorzuhalten und zu installieren, die immer nach Ablauf des Hochwassers demontiert und eingelagert werden könne. „Auch das Thema Bauzeiten nehmen wir mit“, versprach der AÜW-Chef darüber nochmals mit dem Kemptener Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch zu sprechen, das die Planungen des Restwasserkraftwerks leitet.

Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, freute sich, „dass wir dieses Tor zur Altstadt aufgewertet bekommen“ und den Prozess „Schritt für Schritt begleiten durften“.

Christine Tröger

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