Sterben wird teurer

Wer auf dem Zentralfriedhof beerdigt werden möchte, wird dafür aller Wahrscheinlichkeit nach künftig mehr bezahlen müssen. Das letzte Wort hat aber der Stadtrat. Matz

Um das anhaltende Defizit im Bereich der Friedhöfe endlich in den Griff zu bekommen, hat der Ausschuss für öffentliche Ordnung am Mittwochabend eine neue Bestattungsgebührensatzung auf den Weg gebracht. Ziel ist, das Minus in den Jahren 2012 bis 2015 von derzeit kalkulierten rund 1,4 Millionen Euro auf eine Million zu senken. Allerdings muss der Stadtrat der neuen Satzung noch zustimmen. Für die Bürger heißt das, dass sie ab kommendem Jahr für bestimmte Bestattungsarten mehr, für andere weniger bezahlen müssen. „Das ist ein ausgewogener Kompromiss”, bilanzierte Nadine Briechle, neue Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes.

Der erhebliche Sanierungsbedarf auf den städtischen Friedhöfen in Kombination mit weniger Bestattungen und dem Trend hin zur günstigeren Urnenbestattung sorgt seit 2006 für einen anhaltendes Defizit im Bereich der städtischen Friedhöfe. Um das Problem endlich in den Griff zu bekommen, versucht die Kemptener Verwaltung seit Jahren mit einem neuen Konzept dagegen zu halten. Neben Einsparungen und neuen Angeboten (der KREISBOTE berichtete) gehört als dritte und letzte Säule die neue Gebührensatzung dazu. So werden die Kemptener Bürger für bestimmte Bestattungsarten künftig zum Teil tiefer in die Tasche greifen müssen. Andere wiederum werden günstiger. So werden die Bestattungsgebühren für die normale Erdbestattung eines Erwachsenen auf dem Zentralfriedhof von derzeit 556 auf künftig 700 Euro steigen. Dazu kommen in diesem Fall noch höhere Gebühren für den Aussegnungsraum und die Träger, was zu einer Gesamterhöhung von 1743 auf 1880 Euro führt. Sinken werden dagegen die Kosten für eine Beerdigung in einem Grab im Parkfeld: Hier sind künftig insgesamt 2130 Euro statt bisher 3741 Euro an die Stadtkasse zu überweisen. Dagegen steigen die Gebühren für die Bestattung eines Kindes auf dem Zentralfriedhof von derzeit insgesamt 509 auf 535 Euro. Und wer künftig lieber wie zuletzt immer mehr Bürger in einem Urnenwahlgrab auf dem Zentralfriedhof statt in einem Erdgrab seine letzte Ruhe finden möchte, dessen Angehörige müssen ab 2012 dafür 1120 statt der bisherigen 1074 Euro bezahlen. Teurer wird auch das anonyme Urnengrab, das künftig 305 statt 260 Euro kostet. So soll erreicht werden, dass das Defizit 2015 nur noch eine Million Euro beträgt. Würde man an der derzeit noch geltenden Gebührensatzung festhalten, werde das Minus an die 1,4 Millionen Euro betragen, rechnete Heike Steinhauser von der Kämmerei vor. „Es macht also keinen Sinn mehr, auf dieser Basis weiter zu machen”, sagte sie. „Betriebswirtschaftlich und für die Friedhofseinrichtungen ist die jetzige Satzung nicht haltbar”, so Steinhauser weiter. Bei den Stadträten stieß die neue Satzung auf Zustimmung. „Das ist insgesamt ein ausgewogenes Konzept”, erklärte Johann Lederle (CSU). Fraktionskollege Edgar Rölz hingegen kritisierte die geplanten Gebühren für Erdbestattungen in einem Parkfeld, die auf 1000 Euro reduziert werden sollen. „Das ist mir zu billig”, warf er ein und warb für eine „maßvolle Reduzierung auf 1400 bis 1500 Euro.” Dem hielt Steinhauser entgegen, dass gerade diese Bestattungsform kaum noch nachgefragt werde. Ob die neue Satzung tatsächlich in Kraft tritt, muss nun der Stadtrat entscheiden.

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