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Mit dem OB durch die Stiftsstadt

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Zwei Premieren: zum ersten Mal fand die Stiftsstadtbegehung mit Kemptens neuem OB Thomas Kiechle (li) statt und erstmals war die Stadtbibliothek an einem Samstag geöffnet, wie im Hintergrund sichtbar.

Kempten – „Ich hoffe, dass nicht nur ich etwas sage, sondern dass ich auch ein bisschen was von Ihren Anliegen mitbekomme“, ermunterte OB Thomas Kiechle die gut 40 Interessierten, die sich vergangenen Samstag am Fuße der St. Lorenzbasilika eingefunden hatten, um erstmals mit Kiechle als OB ausgewählte Punkte in der Stiftsstadt zu besuchen.

Dazu eingeladen hatte der Ortsverein CSU-Mitte, der bereits seit zehn Jahren Begehungen im Wechsel durch Alt- und Stiftsstadt organisiert, wie Vorsitzender Dietmar Markmiller anmerkte.

Viel sei zum Hildegardplatz ja nicht mehr zu sagen, meinte der OB mit Blick auf den fertiggestellten Platz, auf dem sich die Wochenmarktbesucher zwischen den Marktständen drängten. Anlass für einen Teilnehmer, auch einmal ein Lob loszuwerden: „Der Wochenmarkt ist wunderschön geworden“ und gut durchmischt. Zu sagen gab es aber seitens des Stadtoberhaupts doch ein paar Dinge, zum Beispiel, dass die Parkzeit auf dem Hildegardplatz „voraussichtlich“ von bisher bis zu zwei Stunden auf maximal eine verkürzt wird, um dem Wunsch anliegender Gewerbetreibender entgegenzukommen und „mehr Frequentierung“ zu ermöglichen. Auch der vielfach bemängelten Verschmutzung des Platzes, besonders durch den Wochenmarkt, soll durch bessere Reinigung entgegengetreten werden, wofür derzeit Angebote eingeholt würden. Nachfragen gab es zum einst angedachten Kiosk, wo jetzt ein Blumenhügel fast wie ein Platzhalter wirkt sowie zur – auch aus Kiechles Sicht nochmals zu diskutierenden - Gehwegsituation vor dem Stift. Aus Kostengründen habe man sich beim Kiosk seinerzeit gegen einen festen Pavillon entschieden, räumte er ein, könne sich „persönlich“ aber einen schön gestalteten an dieser Stelle vorstellen. Allerdings „kommt es auf das Konzept an“, schloss er Döner-Bude & Co. aus. Im Stadtrat gebe es Leute, „die das auch gerade wieder aufgreifen“. Des Weiteren stellt er eine Regelung für das Halten von Touristenbussen in greifbare Aussicht und auch zur Belebung des Platzes gebe es Gespräche, wenn auch „noch nichts Konkretes“.

Eine brandneue Veränderung fiel in der Orangerie gleich ins Auge: die Türe der Stadtbibliothek stand offen und Menschen gingen ein und aus. Seit vergangener Woche ist sie auch samstags geöffnet. Wie – und wo – es mit der Bibliothek weitergeht, machte Kiechle von der weiteren Entwicklung der Museen abhängig, da alles zusammenhängen würde. „Wir haben aber wirklich kein Geld“, erklärte er zugleich. Da helfe es auch nicht einen Betrag für irgendein Jahr festzusetzen, denn „je näher der Termin kommt“, umso schwieriger werde es, weil sich hier ein Loch und dort eines auftue. Dabei beließ er es aber nicht.

"Sparstrumpf" für Kultur

Vielmehr präsentierte er die Idee „Sparstrumpf“ als mögliche Lösung, damit man ein Kulturthema einmal richtig anpacken kann. Will heißen, jedes Jahr wird Geld in eine „Kulturrücklage“ einbezahlt, bis eine nennenswerte Summe gezielt für Kultur zur Verfügung steht. Waren die Meinungen zum Thema Anbau geteilt, fand der Vorstoß von Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde, die Bibliothek solle schon wegen des besonderen Ambientes in der Orangerie bleiben, breite Zustimmung.

Im Fokus stand auch das „Klecks“-Gebäude, laut OB ein „Filetstück“ für das sich „viele Investoren interessieren“ und für das Vieles vorstellbar sei, von der „weiterführenden Wohnbebauung“ über „Erlebnisgastronomie“ bis zu „Mischnutzung. „Ich will mit diesem Gebäude keinen Fehler machen“, betonte er, und da Entwicklungen oft nicht absehbar seien, wolle er sich damit noch Zeit lassen. Im Augenblick jedenfalls sei der Ort als potentielle Notunterkunft gedacht, da es „möglich ist, dass wir den Klecks für die Asylproblematik brauchen“.

Dass Parken und auch ein Parkhaus im Norden nach wie vor „ein wichtiges Thema“ sei, beruhigte Roßmanith-Mitterer, auch wenn „momentan kein Geld“ dafür zur Verfügung stehe, betonte Kiechle einmal mehr. Er wies aber auch auf einen „Zielkonflikt“ hin, dem man Rechnung tragen müsse, da man auf dem Gelände bei der Feuerwehr auch weiterhin „kostenlosen Parkraum für unsere Pendler“ zur Verfügung stellen wolle.

Die Pläne zur Bebauung des ehemaligen Klinikgeländes in der Memminger Straße er- läuterte Martin Langenmaier von der Sozialbau. Wie mehrfach berichtet, wird der Siegerentwurf des Architekturbüros „Palais Mai“ weiterentwickelt. Entstehen sollen 90 bis 100 „bezahlbare“ Miet- sowie Eigentumswohnungen.

Schlechte Nachrichten hatte Kiechle für die Anwohner der Lorenzstraße – zumindest für die des nördlichen Teils. Sie müssen aus Kostengründen nämlich noch bis 2018/2019 auf die seit Jahren geforderte Straßensanierung warten. Mehr Glück haben da die Anwohner im südlichen Teil, für den die Mittel im Haushalt bereits eingestellt sind: 2015 sollen die Pflastersteine bestellt und 2016 verbaut werden. Als „gutes Beispiel“ für Stadtentwicklung nannte Kiechle abschließend die in nur sechs Wochen durch die Sozialbau umgesetzte Sanierung des „Haus Hochland“, in dem 30 Vereine ihre Heimat hätten.

Christine Tröger

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