Rege Diskussionen

Viel Lob und ein wenig Kritik

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Wie immer nahm OB Dr. Ulrich Netzer auch in der diesjährigen Jahreshauptversammlung Stellung zu Fragen, die Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde, im Namen ihrer Mitglieder an ihn richtete.

Kempten – Neben offenen Baustellen wie der Sanierung der Lorenzstraße-Süd, der Zukunft des ehemaligen Krankenhausareals in der Memminger Straße oder dem künftigen Standort der Stadtbibliothek, war vor allem der Hildegardplatz noch einmal Thema in der Jahreshauptversammlung der Stiftsstadtfreunde.

Ob die schnelle Behebung des anfangs mit den schwarzen Steinen „sehr schlecht begehbaren Weges“ über das Baustellengelände; die „gute Baubegleitung“ unter anderem durch den Baucontainer mit Sprechzeiten für Bürger oder die belebenden Aktionen auf dem Platz vor Ort durch das Citymanagement: für die aktuelle Entwicklung auf dem Hildegardplatz hatte Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde, viel Lob. Nach anfänglichen Ressentiments sei auch die temporäre Verlegung des Wochenmarktes auf den Residenzplatz für die Marktleute „in Ordnung“, „manche würden sogar gerne dort bleiben“, schloss sie diese Option allerdings gleich aus. Eine „sehr schwere Zeit“ räum-te sie für die kleinen Geschäfte rund um den Hildegardplatz ein, die dort für „einen eigenen Flair“ sorgten. Deshalb „sollten wir ihnen die Treue auch in dieser schwierigen Zeit halten“, appellierte sie.

Nicht ganz so glücklich seien die Stiftsstadtfreunde über die Entscheidung für den Marktbrunnen mit spielenden Kindern statt einer Figur von Hildegard. Deshalb richtete sie erneut die Bitte an die Vertreter der Stadt, zumindest eine Hinweistafel auf diese anzubringen. „Viele denken, dass es sich um Hildegard von Bingen handelt“, klärte sie darüber auf, dass die Namensgeberin des Platzes Königin Hildegard gewesen sei, Gemahlin Kaiser Karls des Großen und unter anderem Förderin des Kemptener Klosters.

„Es wird zwei Stationen geben“, konnte Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber auch sogleich beruhigen: eine auf dem Kirchhügel mit einem Hinweis auf Hildegard und eine am Schlangenbach mit allgemeinen Infos zum Platz. In Kürze werde, so Weber weiter, bereits ein lebendig bebilderter Plan auf dem Gelände Informationen zur Platzentwicklung sowie über die archäologischen Funde dort liefern. In einem kurzen Überblick erinnerte er unter anderem an die Freilegung der Fundamente eines Wirtschaftsgebäudes nahe des Eingangs zum Fürstensaal, oder eines „im 13. Jahrhundert als Kerngebäude“ errichteten und später als Badehaus genutzten Gebäudes, das „unerwartet“ im westlichen Platzbereich gefunden worden war. Im Gegensatz zu früheren Grabungen im Innenbereich der Residenz, sei, so Weber weiter, bei den jetzigen Grabungen im Außenbereich der Residenz „nichts für die Archäologie so interessantes gefunden worden“.

Christine Tröger

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