Stille Zeiten

Installation mit stilisierten Baumstümpfen von Sandra Häring. Im Hintergrund sind die Fliegenpilz-Schirme von Olga Ruppel zu sehen. Foto: Stodal

In der Aula der Staatlichen Berufsschule III in Kempten gibt es derzeit die alljährliche Winterausstellung der Abschlussklasse der Floristen zu sehen. In diesem Jahr lautet das Motto der Rauminstallationen: „Skurriles aus dem Wald“.

Tatsächlich mutet manch eines der Ausstellungsstücke ein wenig skurril an. Rote Regenschirme, die, mit weißen Farbtupfern versehen als überdimensionale Fliegenpilze daherkommen, in Baumstämme eingelassenen Essteller, die Baumpilze nachahmen, auf Stahlrohre montierte Baumscheiben, die einen gefällten Waldabschnitt voller Baumstümpfe imitieren. Die zehn jungen Frauen der Abschlussklasse der Floristen und ihr männlicher Kollege haben die Aula der Berufsschule III für die Dauer von drei Wochen mit viel handwerklichem Geschick und Liebe zum Detail in einen duftenden Wald verwandelt. Das ist heimelig und spannend zugleich, denn manche der Werke bleiben dank der unkonventionellen Verwendung künstlicher Materialien abstrakt. Andere sind wie kleine Inseln aus Baumstämmen, Ästen, Gestrüpp, Blättern, Moos und Tannenzapfen und gespickt mit originellen stilistischen Brechungen, die oft erst auf den zweiten Blick ins Auge fallen. Jeder Arbeit ist ein Foto beigefügt, das den Bezug des Werkes zu einer konkreten Szenerie im Wald dokumentiert. Nichts Kitschiges Die Rauminstallationen stimmen ein wenig auf die „Stille Zeit“ ein, aber anders, als man es gewohnt ist, wie die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Melchert im Rahmen der Ausstellungseröffnung betonte. „Es gibt nichts Liebliches, Goldiges und schon gar nicht Kitschiges. Denn Unechtes ist den Floristen ein Graus. Dafür haben sie mit viel zu viel Respekt vor der Natur und vor den Pflanzen.“

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