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Für eine bunte, offene Gesellschaft gingen am Donnerstag zahlreiche KemptenerInnen auf die Straße

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Auf den Pflastersteinen vor dem Rathausbrunnen war das Wort „MENSCH“ mit Teelichtern gebildet worden. Jeder Teilnehmer sollte ein Teelicht verbunden mit einem Wunsch gegen Rassismus anzünden, um somit seine Haltung für Solidarität und Mitmenschlichkeit zu unterstreichen. © Reder

Kempten – „Stopp Rassismus – Zusammenhalt statt Spaltung“ war das diesjährige Motto des Internationalen Tages gegen Rassismus. So war die Bevölkerung aufgerufen, am 21. März in einer gemeinsamen bundesweiten Aktion ein Zeichen gegen jegliche Form von Diskriminierung zu setzen.

Zahlreiche Kemptener Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und versammelten sich auf dem Rathausplatz für eine demokratische, offene und bunte Gesellschaft, die sich für Würde des Menschen einsetzt. Dieser Tag soll unter anderem den Opfern gedenken, die am 21. März 1960 bei einem friedlichen Protest gegen das Apartheid-Regime in Südafrika getötet wurden, als die Veranstaltung niedergeschlagen wurde. Bereits 1933 machte sich eine menschenverachtende und antisemitische Ideologie, Hass und Ausgrenzung in der Politik und der Gesellschaft breit und auch heute seien wieder ausländerfeindliche, rassistische Strömungen, die zu einer Spaltung der Gesellschaft führen, erkennbar, so Manuel Büttner vom Bündnis „Mensch sein“, der die Kundgebung eröffnete. 

Er forderte ein Aufwachen und Aufstehen für ein gerechtes und friedliches Miteinander. „Es ist die historische Aufgabe Europas, gemäß seines historischen Erbes, einzutreten für Menschenwürde und für ein friedliches Zusammenleben, für soziale Gerechtigkeit“, zitierte Oberbürgermeister Thomas Kiechle den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Für ihn sei es ein gutes Zitat, das verdeutliche, wo für uns alle, für jeden Einzelnen die Verantwortung liege. 

„Ein Europa, das in Frieden zusammenlebt.“ Auch die Integrationsbeauftragte und Vorsitzende des Integrationsbeirates Kempten Ilknur Altan machte auf ein Erstarken rassistischer und diskriminierender Verhaltensweisen aufmerksam, die zu einer Spaltung der Gesellschaft und zur Zerstörung der Demokratie führen können. So seien Rassisten, Holocaustleugner und Verfassungsfeinde in Bundestag und Landtag eingezogen und können so ihre menschenverachtende Anschauung verbreiten, klagte sie. Sie forderte, den Zusammenhalt zu stärken, sich einzusetzen für ein respektvolles Miteinander und gemeinsam Widerstand zu leisten, mit und ohne Migrationshintergrund und mit und ohne Fluchterfahrung. Im Artikel der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte heißt es, „alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, so Altan. 

Christine Reder

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