Bauloch-Streit und Netzer-Brief: Immer noch keine konkreten Angaben zum Weiterbau

Schweizer halten sich weiter bedeckt

+
Der Streit ums "große Loch" geht in die nächste Runde. Nach wie vor wird auf eine verbindliche Auskunft zur Wiederaufnahme der Arbeiten gewartet.

Kempten – Die Schweizer Ritter&Kyburz GbR hat wie zu erwarten war kein konkretes Datum für die Fortsetzung der Bauarbeiten am „großen Loch“ in ihrem Antwortschreiben an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) genannt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Kempten.

Die städtische Baureferentin Monika Beltinger bezeichnete den Brief am Freitagnachmittag als „eine enttäuschende Antwort“. „Anstatt konkrete bauliche Maßnahmen und Zeitpläne zu benennen, wird in dem Schreiben auf Gerichtsverfahren verwiesen“, berichtete Beltinger. 

Wie berichtet, hatte OB Dr. Ulrich Netzer Mitte August die Schweizer aufgefordert, sich bis zum vergangenen Freitag, 23. August, zum Weiterbau zu äußern. Nach Angaben des OB-Büros wiederhole der Münchner Anwalt der Schweizer, Thomas van der Heide, lediglich die bereits oft getroffene Aussage, es werde weitergebaut. Das hatte van der Heide auch zuletzt mehrmals gegenüber dem Kreisboten betont – allerdings ohne jedoch eine konkrete Zeitschiene zu benennen. Baureferentin Monika Beltinger kritisiert die Eidgenossen daher jetzt deutlich: „Vor Ort geschehen ist jedoch nichts – im Gegenteil: Es wurden weder die notwendigen Sicherungsmaßnahmen der Baugrube durchgeführt, noch sind die Untergeschosse mit Stellplätzen errichtet worden, die von Anfang an völlig unstrittig waren“, sagte sie. 

Die von van der Heide in dem Schreiben laut OB-Büro aufgestellte Behauptung, dass die notwendige Ankerkopfsicherung das bereits vorhandene Tiefgaragenbauwerk zerstören würde, entbehre „jeglicher technischer Grundlage“, so die Baureferentin weiter. Darüber hinaus widersprach sie der Darstellung des Münchner Juristen, dass ein Weiterbau durch die Stadt verhindert werde, da diese keine Genehmigung für die Temporäranker ausstellen wolle. 

Dennoch hofft Beltinger, das Bebauungsplanverfahren noch heuer über die Bühne zu bringen, wie sie erklärte. „Das hängt aber vor allem daran, was uns an abwägungsrelevantem Material vorgelegt wird”, sagte sie. Läuft alles nach Plan, könnten die Gremien noch im Herbst entscheiden.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu

Kommentare