Strom für Elektroautos

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (v.l.), AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke und Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer weihen in Veits die neue Anlage ein. Foto: Kampfrath

Geballte Energie steht auf einem knapp 2000 Quadratmeter großen Grundstück in Waltenhofen-Veits. Sechs Reihen mit insgesamt 504 Solarmodulen liefern seit 30. Juni Strom für eine Flotte von 50 Elektroautos. Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil weihte die Photovoltaikanlage des Allgäuer Überlandwerks (AÜW) am Samstag vergangener Woche ein.

Die Freilandanlage mit drei Wechselrichtern hat eine Leitung von 99 Kilowatt. Das reicht laut AÜW aus, um 30 durchschnittliche Haushalte mit Strom zu versorgen. Doch der Solarpark ist gar nicht dafür gedacht, dass die heimische Waschmaschine der Waltenhofener genug „Saft“ hat. Vielmehr soll die Solarenergie den Strom für die 50 Elektroautos des Projekts „effiziente Elektromobilität und Tourismus im Allgäu“ liefern. Zeil fuhr – etwas verspätet – mit einem solchen Gefährt vor. Auf dem Beifahrersitz saß sein Parteikollege, der Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae. An drei Stehtischen warteten einige Vertreter des AÜW und der Allgäuer Politprominenz auf Zeil, darunter die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert (SPD) und Adi Sprinkart von den Grünen. Nach einem kurzen Plausch und einer Tasse Kaffee rief die Pflicht. „In zehn Jahren werden diese Elektrofahrzeuge, die Sie hier sehen, keine Spielerei mehr sein“, erklärte der Geschäftsführer des AÜW, Michael Lucke, in seiner Ansprache. Das Allgäu sei wie geschaffen für regenerative Energien, rund 20 Prozent des Stroms würden hierzulande bereits auf diese Weise erzeugt. Der Staatsminister für Wirtschaft schloss sich der Ansicht seines Vorredners an. Es werde nur noch wenige Jahre dauern, bis die Elektromobilität zum Alltag gehöre. „Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass die Fahrzeugindustrie in Bayern in diesem Bereich hinterherhinkt“, erklärte Zeil. Um die Einweihung für den FDP-Politiker unvergessen zu machen, schenkte ihm Harald Hiltensberger eine Luftbildaufnahme des Solarparks. Der Sprecher der Geschäftsführung von der GmbH Dorr dankte dem Minister für sein Kommen. Zeil, Lucke und der Kemptener OB Dr. Ulrich Netzet drückten gemeinsam auf einen symbolischen großen roten Knopf, um die Anlage einzuweihen. „Jetzt ist sie wieder ausgeschaltet“, meinte einer der Gäste ironisch. Für die Montage habe die „Dorr Energie GmbH“ vier Wochen benötigte, erzählte Gerhard Juli, der beim AÜW als Berater für erneuerbare Energien arbeitet. Mehrere Jahre wurde getestet, ob sich die Fotovoltaikanlage mit Südausrichtung überhaupt rentieren wird. Der Test war erfolgreich, der kleine Solarpark ging am 30. Juni in Betrieb.

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