Das Stühlerücken beginnt

Die Nachfolge von Michael Schuler an der Spitze des Kemptener Klinikums scheint geklärt. Nach Informationen des KREISBOTE soll Dr. med. Marc Nickel zum 1. April Geschäftsführer des Krankenhauses werden. Derzeit ist Nickel Medizinischer Leiter bei der Euromed-Clinic in Fürth. Am gestrigen Dienstagabend nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe sollte der Aufsichtsrat unter Vorsitz von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) über Nickels Bestellung entscheiden. Das ist eine der letzten Amtshandlungen des Gremiums: Im Zuge der Gründung einer Dachgesellschaft für die Kliniken in Stadt und Kreis wird in der Stadtratssitzung am 11. März ein neuer Aufsichtsrat gewählt.

Das Zusammengehen der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis zum 1. April hat personelle Auswirkungen: Wie der KREISBOTE erfahren hat, sollte am gestrigen Dienstagabend Dr. Marc Nickel vom Aufsichtsrat zum neuen Geschäftsführer des Klinikums Kempten-Oberallgäu bestellt werden. Am heutigen Mittwochabend soll sich dann der Aufsichtsrat des Klinikums Oberallgäu mit der Personalie beschäftigen. Der 35-Jährige ist derzeit als Medizinischer Leiter bei der Euromed-Clinic in Fürth beschäftigt. Für den KREISBOTE war er am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch OB Netzer wollte sich auf Anfrage zu Personalfragen ebenfalls nicht äußern. Er bestätigte lediglich, dass hinter den Kulissen an den Verträgen für die Dachgesellschaft, die dann „Klinik-Verbund Kempten-Oberallgäu“ heißen soll, gearbeitet werde. „Wir sind in zielführenden und guten Gesprächen“, sagte er. Seitdem der bisherige Klinik-Geschäftsführer Michael Schuler zum Ende des Jahres 2009 seinen Vertrag aufgelöst hat (der KREISBOTE berichtete), führt Andreas Ruland, Geschäftsführer der Kliniken Oberallgäu, auch die Geschäfte des Kemptener Hauses. Ab 1. April soll Ruland Vorsitzender der Geschäftsführung werden. Im Aufsichtsrat des Kemptener Krankenhauses beginnt das Stühlerücken allerdings schon in der Stadtratssitzung am 11. März. Dann soll das jetzige Kontrollgremium aufgelöst und die Mitglieder des neuen Gesamtaufsichtsrates bestimmt werden. Sicher ist nach Informationen des KREISBOTE, dass die Sitze im neuen Aufsichtsrat der Verbundgesellschaft paritätisch nach Stadt und Landkreis aufgeteilt werden – je sieben Stadt-/Kreisräte, jeweils zwei externe Fachleute und je zwei Arbeitnehmervertreter aus beiden Kliniken. Wer geht bei der SPD? Besetzt werden soll das Gremium nach d`Hondt. Das bedeutet, dass alle Fraktionen im Stadtrat im Aufsichtsrat vertreten sein werden – auch die Grünen, die am 8. Mai 2008 im Rahmen der konstituierenden Stadtratssitzung von allen Aufsichtsräten ausgeschlossen worden waren. Für die SPD – derzeit mit Ludwig Frick und Regina Liebhaber im Gremium vertreten – heißt das, einen Sitz abzugeben. Neu in den Aufsichtsrat rücken werden dagegen aller Voraussicht nach Dr. Dominik Spitzer (FDP/UB/ödp) sowie der Mediziner Hans Mangold von den Grünen/FL. Für die CSU werden wohl weiterhin Claudia Dress, Hildegard Greiter und Harald Platz die Interessen vertreten und Dieter Zacherle für die Freien Wähler. Deutlich spannender ist dagegen die Frage, wer neuer Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats wird. Denkbar wäre, dass Landrat Gebhard Kaiser (CSU) – dessen Landkreis-Kliniken schwarze Zahlen schreiben – den Vorsitz übernimmt und Netzer sein Stellvertreter wird. Besser ins Bild der Zusammenarbeit passen würde aber ein turnusmäßiger Wechsel zwischen Landrat und Oberbürgermeister auf dem Stuhl des Aufsichtsratsvorsitzenden. Dabei ist es aus politischem Kalkül durchaus auch denkbar, dass zunächst doch Netzer den Vorsitz übernimmt. Offen ist auch, ob es tatsächlich künftig drei Aufsichtsräte – zwei für jede Klinik plus einen Gesamtaufsichtsrat – geben wird. Derzeit schaut es danach offenbar nicht aus.

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