Suche nach Attraktivität

Die Bürger von Altusried sind generell der Meinung, dass die Einkaufsmöglichkeiten in der größten Marktgemeinde des Landkreises ausreichend sind: In der Ortsmitte bieten Feneberg und Plus ihre Produkte an, am Ostrand gibt es einen Penny-Markt, am Westrand gab es bis vor kurzem eine EDEKA Filiale. Die Kaufmärkte selbst sind aber mit der Größe der Verkaufsflächen und den Parkmöglichkeiten nicht zufrieden.

Ihre Idealvorstellung liegt bei 1200 Quadratmetern Nettoverkaufsfläche. Derzeit verfügt Penny über etwas mehr als die Hälfte davon, Feneberg muss mit einem Drittel auskommen. Plus sucht seit einigen Jahren einen neuen Standort, bescheidene 353 Quadratmeter und 12 Parkplätze sind einfach zu wenig bei mehr als 5000 Einwohnern in Altusried. Die Randgemeinde Krugzell tendiert einkaufsmäßig in Richtung Kempten, Kimratshofen, Frauenzell und Muthmannshofen fahren fast die gleiche Strecke ins württembergische Leutkirch. Das Problem, einem Vollsortimenter eine Fläche im Ortskern zuzuweisen, ist seit bald zehn Jahre Thema bei Gemeinderatssitzungen und bei Gesprächen von Bürgermeister Heribert Kammel mit Interessenten. Begehrter Standort Neben den bestehenden Warenketten haben nämlich auch Netto und C&C zu verstehen gegeben, dass der Standort Altusried für sie durchaus in Frage käme. Apropos Standort. Familien beurteilen die Lebensqualität nach Kriterien wie Kinderkrippenplätze, Schulen, Arzt und Apotheke, Freizeiteinrichtungen, kulturelles Angebot. Die Abwägung dieser Faktoren haben die Stadtflucht der vergangenen Jahrzehnte ins Gegenteil verwandelt, die umliegenden Gemeinden müssen wieder attraktiv werden. Die Diskussion über die Neugestaltung des Rathausplatzes war die logische Konsequenz. Von Anfang an wurde der Innerortsentwicklung Vorrang eingeräumt. Mit dieser Vorgabe erarbeitete die Firma Lars Consult eine Machbarkeitsstudie im Mai 2005. Das Ergebnis wurde von Prof..Dr. Lothar Zettler in mehreren öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und nochmals bei der Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag vergangener Woche vorgestellt. Breiter Widerstand Zugearbeitet hat ihm dabei ab Herbst 2006 das Bürgerteam, das aus Gemeinderäten und Bürgern von Altusried zusammengesetzt ist. Eine Studie mit dem Schwerpunkt Finanzierbarkeit verwarf den Plan Alte Post/Gärtnerei zugunsten der Variante Rathausplatz. Im Juni 2006 kam der Vorschlag des Bürgerteams auf den Tisch, im Ortsmittelpunkt ein Dienstleistungszentrum zu bauen. Der Gemeinderat beschloss mit 19 zu vier Stimmen daraufhin die Prüfung des Standorts Rathausplatz. Als Bürgermeister Kammel dieses Ergebnis im November 2008 bei einer Bürgerversammlung vorstellte, machte er zugleich klar, dass dies keine endgültige Entscheidung ist. Denn sie würde den Abriss des jetzigen Rathauses, des Jugendzentrums und der Metzgerei Fischer sowie dem Wohnhaus Fischer bedeuten, was verständlicherweise bei vielen Bürgern auf Widerstand oder gar Unverständnis stößt. Eine Bürgerinitiative will jetzt sogar verhindern, dass die Abrissbirne anrückt. Bisher wurden 1200 Unterschriften gesammelt. Welche Argumente Befürworter und Gegner ins Feld führten, lesen Sie in der nächsten Ausgabe des KREISBOTE.

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