Suche nach dem Gesamtbild

Die Stadtverwaltung wird noch drei bis vier Wochen brauchen, um die Vorfälle um das Gerhardingerhaus und das Missbrauchsopfer Stefan S. (der KREISBOTE berichtete mehrfach) aufzuklären. Das erklärte Benedikt Mayer, Leiter des Amts für Jugend, Schule und Soziales, am Freitag auf Nachfrage. „Und wenn wir das Bild abgerundet haben, werden wir an die Öffentlichkeit gehen“, kündigte er an.

In der vergangenen Woche hatte sich das heute in Berlin lebende Missbrauchsopfer Stefan S. erneut mit einer E-mail an die Stadtverwaltung gewandt. Darin lehnt er einmal mehr die Teilnahme an einem Gespräch mit Vertretern der Stadt und des Ordens vorläufig ab. „Ich kann der Stadt alle Fragen beantworten, die sie mir stellen. Dafür muss ich nicht nach Kempten reisen“, so S. Zudem kritisiert er, dass die mittlerweile bei ihm eingetroffenen Akten weder in einer zeitlichen noch in einer logischen Reihenfolge seien. Außerdem regt er die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses an. Benedikt Mayer wollte sich dazu unter Verweis auf die im Hintergrund laufenden Befragunngen und Gespräche nicht weiter äußern. „Wir versuchen, die Dinge aufzuklären und wir sind in der Endphase“, sagte er. „Wir reden mit einzelnen Personen, um ein Gesamtbild zu erhalten.“ Dazu wurde offenbar auch mit Leserbriefschreibern gesprochen, die im KREISBOTEN behauptet hatten, dass der beschuldigte Hausmeister auch in der Diakonie mit Kindern zu tun habe. „Wir brauchen noch drei bis vier Wochen, um alles abgerundet zu haben“, kündigte Mayer an. Unberechtigte Kritik? Dass die städtischen Akten über Stefan S. unsortiert und ohne Reihenfolge seien, wollte Mayer so nicht stehen lassen. „Das stimmt nicht“, sagte er. Unterdessen hat sich auch die Münchner Anwältin Elisabeth Aleiter, die den Orden der Armen Schulschwestern berät, schriftlich an S. gewandt und ihm einen umfangreichen Fragenkatalog zukommen lassen. „Man nimmt Ihre Vorwürfe sehr ernst“, schreibt Aleiter, „und steht einer Aufarbeitung Ihrer Fragen offen gegenüber.“ Zudem bietet sie Stefan S. ein Gespräch mit den Schwestern und eine „ausführliche, schriftliche Entschuldigung“ der Schwestern an.

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