Immer auf der Jagd nach Inspiration

Nora Matocza stellt in Kempten im Kunstreich aus

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Nora Matocza im Gespräch mit Stephan Schmidt. Im Hintergrund ist das Ölgemälde „Garten in Edenkoben“ zu sehen.

Kempten – Am vergangenen Freitagabend wurde mit einer Vernissage die Kunstausstellung „Unbefangen“ der mehrfach ausgezeichneten Künstlerin Nora Matocza im Kunstreich eröffnet.

„Ich dachte, ich würde hier gleich allein stehen“, begrüßte Matocza sichtlich erfreut die vielen Kunstinteressierten, die trotz des widrigen Wetters den Weg in die Galerie in der Kemptener Altstadt gefunden haben. 

Erstmals Bezug zum Allgäu hatte sie bereits vor vielen Jahren, als sie in Betzigau eine Malgruppe leitete. Da ihr die Region schon damals so gut gefallen hatte, war die Begeisterung umso größer, als sie vom die Galerie betreibenden gemeinnützigen Verein artig e.V. die Ausstellungszusage erhielt und somit klar war, dass sie das Allgäu erneut besuchen würde, ließ Matocza die Gäste wissen. Und auch Stephan Schmidt, der Vereinsvorsitzende, war stolz, die Künstlerin in der ehemaligen reichsstädtischen Münze, einem der ältesten Gebäude der Stadt, willkommen heißen zu dürfen: „Ich mag die Ausstellung deshalb so sehr, weil man keine fünf Semester Altgriechisch studiert haben muss, um allein den Titel des Werkes zu verstehen. 

Die Bilder selbst lassen den Betrachter zwar wissen, worum es sich handelt, sind zeitgleich jedoch nicht bevormundend. Jeder ist dazu eingeladen, die Gemälde frei zu interpretieren.“ Dieser Einladung folgten die Ausstellungsbesucher umgehend. Viele waren von der Arbeitstechnik der Künstlerin angetan. Insbesondere die Graphiken, die mit einem selten genutzten Tiefdruckverfahren, der sogenannten Weichgrundätzung, entstanden sind, brachten einige Kunstinteressierte ins Schwärmen. Bei der auch als Vernis mou bekannten Form der Radierung kommen Bleistift und ein auf einer Radierplatte aufliegendes Papier zum Einsatz, wodurch die Striche, vergleichbar einer Kreidezeichnung, weicher und differenzierter werden. Neben den Graphiken befinden sich unter den über 40 ausgestellten Werken, die zwischen 2010 und 2018 entstanden sind, zahlreiche Ölgemälde. 

Die Motive sind dabei sehr vielfältig und reichen von Stadtlandschaften über Gärten bis hin zu Portraits. Das liegt vor allem daran, dass Nora Matocza nie weiß, wann sie von etwas oder jemandem inspiriert wird. „Ich bin quasi immer mit Stift und Zeichenblock unterwegs. Fotos habe ich hingegen noch nie als Impulsgeber genutzt“, verrät die Malerin. Der Werdegang Matoczas begann ursprünglich mit einem Studium der Kunsterziehung. Sie hat jedoch schnell gemerkt, dass sie in der freien Kunst zu Hause ist, und studierte dementsprechend an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg Malerei und Bildhauerei sowie an der Universität Erlangen Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften. 

Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, hatte sie Gelegenheit, ihre Kunstwerke im Ausland zu zeigen, unter anderem in den USA, der Schweiz, der Ukraine und in Tschechien. Kunstinteressierte haben noch bis Sonntag, 10. Februar, die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Die Galerie Kunstreich (Schützenstraße 7) hat jeden Dienstag von 16 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Wer die in der Oberpfalz lebende Künstlerin persönlich kennenlernen möchte, hat dazu am letzten Ausstellungstag ab 15 Uhr die Chance. 

db

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