Suche nach dem Masterplan

Ein Anlauf, dass Brauhaus-Gelände im Herzen der Stadt umzugestalten, ist bereits gescheitert. Auch der nächste mit der Recommerz GmbH ist noch nicht vollends in trockenen Tüchern (der KREISBOTE berichtete). Voraussetzung dafür ist nämlich ein stimmiges Gesamtkonzept für das rund 16000 Quadratmeter große Areal mitten in der Stadt. Daran wird derzeit hinter den Kulissen offenbar emsig gearbeitet. Am morgigen Donnerstag, 12. November, ab 16 Uhr, soll den Stadträten im Bauausschuss zumindest ein Überblick über den derzeitigen Stand der Dinge gegeben werden.

Entscheidungen stehen in der morgigen Sitzung jedoch nicht an, betonte Baureferentin Monika Beltinger am Freitag gegenüber dem KREISBOTE. Vielmehr sollen die Ausschuss-Mitglieder über den Beginn der zweiten Stufe des städtebaulichen Wettbewerbs für das Brauhaus-Areal informiert werden. „Es geht um einen Masterplan für das Gelände“, erläuterte die Kemptener Baureferentin. „Denn für uns ist es wichtig, dass sich das Grundstück in die Stadt integriert“, betonte sie. „Das ist eine wichtige innerstädtische Fläche, für die einfach ein Gesamtentwicklungsplan vorliegen muss“, so Beltinger weiter. Das Rad neu erfunden werden soll trotz der Bedeutsamkeit des Geländes aber nicht. Im Gegenteil: In einem ersten Schritt des Wettbewerbs haben sich die Beteiligten an die bereits vorhandenen Pläne und Ideen verschiedener Architekturbüros erinnert, die schon seit Jahren in den Schubladen liegen. Denn bereits 2005 hatte die Gewerbepark Cambodunum GmbH ein Entwicklungskonzept vorgelegt. Unter anderem wegen zahlloser Auflagen der Bauverwaltung und wohl auch, weil dem Brauhaus irgendwann die Geduld ausging, kamen die Ideen aber nie zur Ausführung. Basierend auf den Plänen von damals werden nun nach Angaben von Beltinger konkrete Überlegungen ausgearbeitet, die dann in einen Bebauungsplan einfließen sollen. Möglich ist dabei theoretisch eigentlich alles, gleichzeitig praktisch aber nicht viel. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, ist eigentlich nur logisch. Da das Areal laut Baureferentin Beltinger ein „klassisches Mischgebiet“ ist, sind vielerlei Nutzungen möglich. Gleichzeitig hat die Bauverwaltung wegen der Wichtigkeit des Grundstücks aber bereits 2006 strenge Rahmenbedingungen aufgestellt, die es Investoren nicht unbedingt leicht machen. Hohe Anforderungen „Eine Nachfolgenutzung muss sich in die gesamte Innenstadtentwicklung integrieren und auf die Vorgaben bzw. Anforderungen unter anderem der Innenstadtlage, des Denkmalschutzes (Einzeldenkmäler, Ensemble Beethovenstraße), der Umgebungsbebauung (zum Beispiel östliche Grenzbebauung Parkhaus) angemessen reagieren“, heißt es in dem seinerzeit vom Bauausschuss gefällten Beschluss. So ist beispielsweise die Ansiedlung von Einzelhandel untersagt. Die optische Gestaltung möglicher neuer Gebäude müsse sich zudem in das villenartige Umfeld der Beethovenstraße einfügen und Rücksicht auf den dort bestehenden Denkmalschutz nehmen. „Insbesondere an der Ecke König- und Beethovenstraße ist städtebaulich und denkmalrechtlich eine gute Lösung erforderlich“, heißt es außerdem. So vage die jetzige Situation auch sein mag – die Zukunft des Brauhaus-Geländes dürfte wohl noch ein sehr spannender Prozess werden. Hannes Geierhos, Chef der Recommerz, hatte bereits im Sommer gegenüber dem KREISBOTE angekündigt, erst aktiv zu werden, wenn er eine „planerische Sicherheit“ habe.

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