Sudhaus kann abgerissen werden

Aufgrund des desolaten Zustandes im Inneren des Sudhauses, wollen es die Projektentwickler abreißen und neu aufbauen. Den Plänen stimmte der Stadtrat jetzt zu. Foto: Archiv

Durchatmen bei den Projektentwicklern des Brauhaus-Geländes: Nach vielen Diskussionen hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen, dass das Sudhaus abgerissen werden darf und maximal vier Meter weiter südlich originalgetreu wiederaufgebaut wird. Nicht anfreunden mit dem Gedanken konnten sich die komplette SPD-Fraktion und Alexander Hold (FW).

Obwohl der Bauausschuss die Pläne der G&G Projektentwicklung GmbH & Co. KG (Investor Hannes Geierhos, Firma Recommerz und Geiger Unternehmensgruppe) bezüglich des Sudhauses bereits mehrheitlich abgesegnet hatte (der KREISBOTE berichtete), kam es im Stadtrat erneut zur Diskussion. „Ein Wiederaufbau wäre völlig sinnlos“, meinte Alexander Hold. Dort, wo das Sudhaus jetzt stehe, sei es stadtbildprägend, nicht aber an einem neuen Standort. Er schlug vor, dass die Fassade an dem Punkt erhalten wird, wo sie jetzt auch ist und dahinter ein neues Gebäude entstehen soll. Bedenken bei einer „Verschiebung“ des Sudhauses hatte auch Siegfried Oberdörfer (SPD). „Das kommt mir vor wie in Disney World oder eine Art architektonisches Plagiat.“ Bei einer Verschiebung werde es außerdem keine Blickbeziehung mehr auf das markante Gebäude geben. „Die Blickbeziehung wird sich komplett verändern“, gab ihm Baureferentin Monika Beltinger Recht. Allerdings sowohl wenn das Sudhaus dort bleibt, wo es jetzt ist, als auch im Falle einer Verschiebung. Grund sind die neuen Gebäude, die auf dem Gelände entstehen. Froh darüber, dass die Struktur erhalten bleibt, zeigte sich Harald Platz (CSU). Er ist sich sicher, dass es für die Bürger nicht erkennbar sein wird, dass es sich nach dem Wiederaufbau um ein anderes Gebäude handelt. „Wir können froh sein, dass das Gebäude auf dem Gelände erhalten bleibt“, unterstrich er. Sein Parteikollege Thomas Kiechle rief in Erinnerung, dass der Investor das Sudhaus auch hätte abreißen können. „Die Bürger wollen die Sicht auf das Sudhaus, wenn sie auf der Königsstraße vorbeifahren“, meinte Ingrid Vornberger (SPD). Da das in beiden Fällen (Abriss und Neuaufbau und jetziger Standort) nicht mehr möglich sei, „frage ich mich, ob wir diesen Schmarrn noch brauchen“. Sie tendiere mittlerweile dazu, das Sudhaus einfach abzureißen. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier gefiel der Kompromiss, dass das Gebäude nicht ersatzlos abgerissen wird, sondern die Fassaden wieder aufgebaut werden. Große Mehrheit Letztendlich stimmten 36 Stadträte für den Abriss und versetzten Wiederaufbau, sieben (SPD und Hold) waren dagegen. Den überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans billigten bis auf Josef Leonard Schmid (CSU) alle Stadträte und beschlossen die erneute öffentliche Auslegung.

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