Sudhaus soll erhalten bleiben

Mit einer Gegenstimme empfahl der Bauausschuss am Donnerstag dem Stadtrat, den Entwurf des Bebauungsplans „Ehemaliges Gelände des Allgäuer Brauhauses“ zu billigen. Kemptens Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter hatte zuvor die wichtigsten Punkte des Bebauungsplans vorgestellt, der die Grundlage für die Entwicklung auf dem Gelände bildet. Entstehen sollen auf dem Areal ab dem Sommer die „Brauhöfe Kempten“, die durch die G&G Projektentwicklung GmbH (Hannes Geierhos und Josef Geiger) realisiert werden sollen (der KREISBOTE berichtete).

„Planungsziel ist die Schaffung eines Mischgebietes mit Ausschluss von Einzelhandel. Ein Erhalt des Sudhauses soll ermöglicht werden und die erforderliche Parkierung in Form einer Parkgarage und in Tiefgaragen erfolgen“, fasste Schlüter den Rahmenplan für den Bebauungsplan zusammen. Der Ausschluss von Einzelhandel sei nötig, um den Einkaufsbereich in der Innenstadt nicht zu schwächen, erläuterte die Amtsleiterin. Neben Einzelhandel dürfen auf dem Areal auch keine Tankstellen und Gartenbaubetriebe entstehen. Vorgesehen sind von Seiten der neuen Investoren Büros, Dienstleistungen und Wohnnutzung durch eine Seniorenwohnanlage. Dichte Bebauung Ein Merkmal auf dem Gelände wird wohl auch die relativ hohe Dichte der Bebauung. Wie Schlüter erklärte, bildet die Planung dabei ein in sich städtebaulich geschlossenes Konzept und vermittelt zwischen dem denkmalgeschützten Ensemlebereich an der König- und Beethovenstraße und der hochverdichteten Bebauung an der Bahnhofstraße (Zentralhaus, SinnLeffers-Haus). Trotz der Dichte, die übrigens höher ist, als in der Baunutzungsverordnung vorgesehen, sollen möglichst große, zum Teil durchgrünte Freiflächen auf dem Areal entstehen. Aufgrund seiner „Ortsbildprägung und der besonderen städtebaulichen Bedeutung als herausragendes Zeugnis einer aufgegebenen Industrieanlage“ wird das Sudhaus zur Erhaltung festgesetzt, so Schlüter. Das bedeute, dass ein Rückbau, eine Änderung, eine Nutzungsänderung oder die Errichtung baulicher Anlagen genehmigungspflichtig seien. Zur Verkehrs- und Parksituation im Bereichs des Geländes meinte die Amtsleiterin, dass innerhalb des Geländes keine Verkehrs- und oberirdische Parkplätze geplant seien. Fußgänger dürfen das Areal jedoch durchqueren. Die neue Tiefgarage und die Parkgarage sollen über die Beethovenstraße erschlossen werden. Siegfried Oberdörfer (SPD) hatte allerdings Bedenken, ob die Ampel in diesem Bereich den Verkehr bewältigen kann. Schlüter erläuterte daraufhin, dass in der Spitzenstunde 765 Autos ein- und ausfahren könnten. Wenn diese Zahl überschritten werde, müssten die Autos in der neuen Tiefgarage anders geleitet werden und zum Beispiel über die Rampe in der Hirnbeinstraße ausfahren. Um die Abbiegevorgänge in der Königsstraße künftig zu erleichtern, besteht laut Schlüter die Möglichkeit eine zusätzliche Rechtsabbiegespur in die Beethovenstraße einzurichten. Aufgewertet werden soll das ehemalige Gelände des Brauhauses im Rahmen der Umgestaltung zudem mit Baumbepflanzungen und Begrünungen. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat, bei einer Gegenstimme von Josef-Leonhard Schmid (CSU), den Entwurf des Bebauungsplans zu billigen. Der Satzungsbeschluss ist für Mai vorgesehen.

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