Sulzberg soll aufblühen

Für die Bewirtschaftung von Blühflächen werden Paten gesucht

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Sulzberg – „Unabhängig vom Volksbegehren kümmert sich der Markt Sulzberg bereits seit 2014 um die Optimierung der Blühflächen“, so Bürgermeister Thomas Hartmann bei der Gemeinderatssitzung. So wurden auf insgesamt 6555 Quadratmetern bereits verschiedene Blühflächen angelegt, zum Beispiel beim Feuerwehrhaus in Sulzberg entlang des Radweges sowie in Moosbach bei den Verkehrsinseln in der Panoramastraße. Beim letzten Projekt wurden in die Kreiselfläche bei Graben circa 3000 Pflanzenknollen in die Erde gebracht. Als neue Flächen kommen derzeit die südliche Seite des Feuerwehrhauses, der Eingangsbereich der Schule in Sulzberg und der Radweg entlang der Kreisstraße in Frage. „Das wären rund 375 Quadratmeter. Der Preis für die Samen auf diesen Flä-chen beträgt 200 Euro“, sagt Nicole Maurus, Verwaltungsangestellte in Sulzberg.

Die Pflanzen schaffen wichtige Lebensräume und sind Nahrungsquellen für verschiedene Insekten. „Will man etwas für den Artenschutz tun, sollte man laut Fachberater Bernd Brunner vom Landratsamt darauf achten, dass heimische Pflanzen ausgesät werden“, erzählt Bauhofleiter Peter Bresele vom Mark Sulzberg. Straßennahe Flächen, gerade an vielbefahrenen Straßen, seien nicht empfehlenswert, besser eigen sich Flächen außerhalb. 

Um Wiesen abzumagern, so dass die Wildpflanzen irgendwann zum Zuge kommen, müssten die Flächen zweimal im Jahr, Ende Juni und im September, gemäht und abgetragen werden. „Dabei ist das Mähen mit einem Balkenmäher deutlich insektenschonender, als die Flächen mit einem Mulcher zu bearbeiten“, so Felix Schmitt, naturnaher Gartengestalter aus Immenstadt. Mit dem Mulcher würden alle Insekten kleingehäckselt. 

Laut Brunner unterstütze ein „streifenweises“ Mähen der Flächen die Fluchtmöglichkeiten der kleinen Tierchen. Insgesamt braucht man Geduld eine Wiese abzumagern und sie in eine blühende Insektenoase zu verwandeln. „Der Prozess dauert zwischen fünf und zehn Jahren“, so Bresele. 

Um den Flächen die Nährstoffe zu entziehen, sollte die Mahd abgetragen werden, und statt eines Saugers empfiehlt sich auch hier die insektenfreundlichere Variante – ein Rechen bzw. ein Bandrechen. Die Anschaffungskosten eines arbeitserleichternden Bandrechens für den Bauhof lägen bei 7000 Euro. 

Die aufwändigeren Bearbeitungsweisen der Flächen, plus neu hinzukommende Flächen erhöhen die Arbeitszeiten des Bauhofes. Christian Haneberg schlägt deshalb vor, Patenschaften für die Flächen zu vergeben. Viele Sulzberger hätten sich für den Artenschutz eingesetzt und das Volksbegehren unterschrieben. Nun könne auch jeder einen Beitrag dazu leisten. Als sicherlich eine „sinnvolle Lö- sung“ bezeichnet Hartmann diese Idee, schließlich sei es nicht das Ziel, den Bauhof mit Arbeit zu überlasten. „Die Patenschaften sollten aber für mindestens 5 Jahre vergeben werden“, fügte Bresele hinzu. 

Auch der Sulzberger Gartenbauverein setzt sich aktiv bei der Suche nach Blühflächen und Patenschaften ein. „So konnten bereits Flächen in der Nachbarschaft in Hinterm Buch gefunden werden“, sagte Karolin Schneid. In diesem Rahmen übernehme der Gartenbauverein die Kosten der Samen. An einigen straßennahen Flächen will Bresele aufgrund der Sichtverhältnisse mehrmals mulchen. Das unterstützt auch Hartmann: „Sicherheit am Straßenrand geht vor. Wir wollen unseren Beitrag leisten, wo es eben Sinn macht.“

Tamara Lehmann

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