Ideen für den Brennpunkt

Tafel, Bänkle, Sicherheit: Arbeitskreis Reinhartser Straße tagt erstmalig

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Aktuell keine Alternative für die Mädchen auf dem Weg zum Bus: Der Tunneldurchgang unter der B12 hindurch zur Straße Auf dem Bühl. Er ist nachts anscheinend nicht hell beleuchtet und daher ist es dort gerade in den Wintermonaten wohl auch am Nachmittag bereits „duster“.

Kempten – Mehr Konsequenz ist wohl eines der ersten Ziele, die sich die Mitglieder des Arbeitskreises (AK) Reinhartser Straße wünschen – sowohl bei der Durchsetzung der Hausordnung, der Strafverfolgung bei Hausfriedensbruch, beim Einsatz eines Sankas oder der Kontrolle durch den Sicherheitsdienst.

Wie das alles konkret passieren kann, das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Mit einer Stoffsammlung hat der AK Reinhartser Straße in einem ersten Treffen zunächst einmal die anstehenden Themen gebündelt. Immerhin gilt die Straße im Stadtteil Kempten-Ost immer noch als Brennpunkt. Wenngleich zwei Anwohner (Bewohner) deutlich machten, dass viele Scherereien auch durch Außenstehende kämen: „Scheiben einschlagen, Türen eintreten, Schlägereien – hier braucht es dringend mehr Konsequenz in der Strafverfolgung.“

Voll besetzt war beim ersten Treffen des neuen Arbeitskreises der Konferenzraum der Kältetechnik Schwarz in der Reinhartser Straße 4. Neben den Beiratsmitgliedern waren auch Mitarbeiter vom Jugendhaus in Kempten-Ost, Anwohner, Vertreter der Stadt, der BSG Allgäu, der Diakonie Kempten-Allgäu und der Caritas/ Talk Inn Kempten-Oberallgäu dabei. Moderiert wurde das Treffen von den beiden Quartiersmanagern Max Erhardt und Jan Damlos.

Hans-Peter Schwarz, Firmeninhaber in der dritten Generation ist sehr daran gelegen, dass es wieder aufwärts geht mit dem Viertel. „Mein Vater hat 1965 das Areal gekauft. Damals sollte hier in Kempten-Ost ein Industriegebiet entstehen.“ Heute führen Schwarz‘ Kinder den Betrieb weiter. Direkt vis à vis von der Reinhartser Straße 2 hat Schwarz natürlich auch die Probleme mitbekommen. Für ihn ist die „Säuferbank“ vor der Haustüre von Haus Nr. 2 einer der gravierenden Knackpunkte. Hier sammeln sich auch Besucher aus dem Umkreis von Anwohnern oder auch Fremde. 

Kinder, Jugendliche, Passanten, speziell weiblich, würden nach einem entsprechend hohen Alkoholpegel angepöbelt. Nicole von Struensee, Leiterin vom Jugendzentrum Auf dem Bühl bestätigte das und meinte: „Manchmal begleiten wir die Mädchen sogar zur Busstelle. Andere Mädchen dürfen aus diesen Gründen erst gar nicht zu uns.“ Schwarz: Würde die Bank „ums Haus herum“ stehen, wäre das Problem bereits gelöst. Die Quartiersmanager Max Erhardt und Jan Damlos meinten, dass an der Stelle auch etwas über den Verfügungsfonds Kleinprojekte finanziert werden können. 

Neu geordnet – auch mit seinen Aufgaben – wird ab Mitte Februar der Sicherheitsdienst, der zu unregelmäßigen Zeiten im Bereich der Reinhartser Straße unterwegs sein wird. Darüber informierte Julia Schneid von der BSG Allgäu. Auch kam die Idee auf, Vertreter der Polizei und der Rettungsdienste zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen, um persönlich auf mehr Konsequenz zu dringen. Auch damit Vorurteile bei den Bewohnern abgebaut werden. Denn nach einem Hin und Her mit einem Sanka wurde einem Anwohner gesagt, ein Einsatz eines Krankenwagens wäre teuer und dass er so viel Geld für die Reinhartser Str. 2 nicht ausgeben würde. 

„Wir sind doch nicht Menschen 2. Klasse! Hier leben auch Menschen, die arbeiten gehen und sich vernünftig aufführen“, so der empörte Anwohner. Einen Tafelladen brachte ein anderer Anwohner mit in die Diskussion ein. Hier soll überlegt werden, welche Räume dafür realistisch sind. Dabei wurde auch das künftige Büro der Wohnungsnotfallhilfe in der Reinhartser Straße 8 ins Gespräch gebracht. „Das muss allerdings erst einmal hergerichtet werden“, gab Rüdiger Leibfried von der Diakonie zu bedenken. Mitte März soll es endlich so weit sein. Am Dienstag, 31. März, findet die nächste öffentliche Stadtteil-Beiratssitzung um 18 Uhr wieder im Konferenzraum vom Pfarrzentrum St. Ulrich statt. 

Mori

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