Roman Musch übernimmt

Besonderes Konzert aus besonderem Anlass

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Den Taktstock hat jetzt Roman Musch (3. v.l.) und Helmut Steidle (links) freut sich über sein Abschiedsgeschenk. Centa Theobald vom ASM (2.v.l.) und Hermann Koch, Bezirksvorsitzender des Bezirks 1, danken gemeinsam mit Vorstand Stefan Rietzler den Dirigenten.

Kempten – Es war ein besonderer Abend, an dem das Herbstkonzert der Musikkapelle Heiligkreuz stattfand: Allein die Tatsache, dass rund 300 Musikbegeisterte der Einladung ins  Kornhaus folgten, war überwältigend. Anlass des Konzerts war die Taktstockübergabe von Dirigent Helmut Steidle, der nach 22 Jahren das Amt an Roman Musch übergab. Geprägt war der Konzertabend von einem abwechslungsreichen Programm mit großartigen Musikstücken.

Das Konzertprogramm teilten sich der „alte“ und der „neue“ Dirigent. Helmut Steidle leitete den ersten Teil mit fünf Stücken, Roman Musch gestaltete nach der Taktstockübergabe mit vier neuen Stücken den zweiten Konzertteil. Mit dem Konzertmarsch „Kometenflug“ von Alexander Pfluger eröffnete Steidle das Herbstkonzert. Die berühmten Melodien aus dem gleichnamigen Musical „The Phantom of the Opera“ gehören zu den Lieblingsstücken Steidles`. Martin Haggenmüller, der amüsant durch das Programm führte, versetzte die Konzertbesucher vor dem dritten Stück, der „New York Overtüre“ von Kees Vlak, in die große Weltstadt im Osten der USA. Mit dem Böhmischen Walzer „Freudentränen“ von Komponisten Franz Watz verabschiedeten sich die Musikanten der Musikkapelle Heiligkreuz in die wohlverdiente Pause. 

„Leb‘ dein Leben“ heißt der Titel der Polka der Hergolzhäuser Musikanten, den Helmut Steidle als letztes Konzertstück gewählt hatte. „Es war ein berührender Moment, als Steidle, den für sich letzten Takt eines Konzerts, dirigierte. Wir konnten ihm richtig ansehen, dass er dies mit einem weinenden und einem lachenden Auge tat“, so die Musiker nach dem Konzert. 

Helmut Steidle übernahm im Alter von 24 Jahren das Amt des ersten Dirigenten der Musikkapelle Heiligkreuz und trat damit in die Fußstapfen seines Onkels Siegfried Steidle. „Die Arbeit von Helmut entsprechend zu würdigen ist ein schwieriges Unterfangen“, so Vorstand Stefan Rietzler in seiner Rede. Schon alleine für die Probenarbeit in den vergangenen 22 Jahren habe Steidle etwa 2500 Stunden aufgebracht, was einem Vollzeitjob von einem Jahr und drei Monaten entspricht. Die Wegstrecke, die zwischen dem Musikheim und seinem Zuhause nur für die Probenarbeit zurückgelegt wurde, entspricht etwa der Distanz von Deutschland nach China. Am eindrucksvollsten aber war der Applaus, den sowohl die sechzig mitwirkenden Musiker als auch die Konzertbesucher an Helmut Steidle zum Dank und zum Abschied richteten.

Ein Marsch als Ouvertüre 

Roman Musch eröffnete seinen Teil des Konzerts wie sein Vorgänger mit einem Marsch von Alexander Pfluger – „Neue Welt“, so der passende Titel. Für die Heiligkreuzer Musikkapelle, die in dem Grußwort von Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) als ein wesentlicher Bestandteil in der Kulturlandschaft der Stadt bezeichnet wurde, beginnt nun auch eine „neue Welt“ mit dem neuen Dirigenten. Mit dem Konzertwerk „Fry`dlant Suite“ von Pavel Stanek, dem Konzertwalzer „Sagen aus Alt-Innsbruck“ und der Konzertpolka „Hand in Hand“ von Berthold Jungkunz, stellte sich der 38-jährige Berufsmusiker dem Publikum vor. Unter den Ehrengästen war, neben einigen Stadträten, Bürgermeisterin Knott und auch die Kulturbeauftragte der Stadt, Hildegard Greiter (CSU). 

Centa Theobald überbrachte als stellvertretende Präsidentin des Allgäu Schwäbischen Musikbundes (ASM) die Grüße des Präsidenten Franz Josef Pschierer. Gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden des Bezirks 1 Kempten, Hermann Koch, übernahm sie die Ehrungen langjähriger Musikanten. Gabi Steidle, Hildegard Steinhauser und Konrad Prestel wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft im Allgäu Schwäbischen Musikbund und in der Musikkapelle Heiligkreuz geehrt. „Der ASM braucht Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Deshalb ist es eine besondere Ehre für 25-jähriges Engagement geehrt zu werden“, betonte Theobald bei der Übergabe der Ehrenurkunde. „Ehre, so steht geschrieben, ist Achtung, Ansehen und Anerkennung. Ehre bedeutet mehr zu tun als die Pflicht“,  würdigte Theobald den Einsatz der drei Musikanten.

Eindrucksvoll verabschiedeten sich die Musiker der 1824 gegründeten Musikkapelle mit der berühmten Konzertpolka „Ein halbes Jahrhundert“ und rundeten so diesen besonderen und unvergesslichen Konzertabend ab. Christine Rumbucher

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