Theater im Theater macht das sonst Unsichtbare sichtbar

Bezauberndes Spiel der Familie Flöz

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Ein von Eifersucht und Narzissmus getriebener Versuch die noch zarten Bande zwischen Ballerina  und einem der drei Bühnenarbeiter zu durchtrennen.

Kempten – Nicht enden wollte der Applaus, als die drei Mitglieder der Familie Flöz am Ende ihres „Teatro Delusio“ im gut besuchten TheaterInKempten (TIK) die Masken lüfteten und sich verneigten.

Drei Personen, die es berührend, komisch, entlarvend, tiefsinnig, poetisch und äußerst charmant menscheln und das Theater im Theater ganz ohne Worte in all seinen Facetten erstehen ließen. Zur Nebensache geriet dabei das Geschehen auf der Bühne – der Bühne im Stück mit dem treffenden Namen „Teatro Delusio“ – das aus der Perspektive des Geschehens hinter der Bühne stattfand. Freud und Leid, Illusion und Desillusion machten von der Putzfrau bis zur Diva, vom Bühnentechnikhelfer bis zum Theaterdirektor nicht halt, während die „Show“ auf der Bühne Tag für Tag mit tosendem Applaus belohnt wurde. Wilde Fechtszenen, pompöse Opernarien, Ballerinen... die Welt auf der Bühne vermischte sich mit der dahinter und mit den Träumen der Protagonisten, ihren Eitelkeiten, ihrer Sucht nach Anerkennung und auch ihrer intriganten Ader.

Beeindruckend waren nicht nur die rasanten Verwandlungen der genialen Darsteller, deren wechselnde Masken so lebendig wirkten, dass man das Minenspiel eines Gesichtes nicht vermisste. Faszinierend ebenso das Feuerwerk an Ideen, das hier in einer mitreißenden Komödie von und mit der Familie Flöz (in Koproduktion von Arena Berlin und Theaterhaus Stuttgart) in hoher Perfektion, ohne Worte, mit zurückhaltender bis akrobatischer Körpersprache und Musik abgebrannt wurde.

Christine Tröger

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