Aktion für die Teilhabe aller

Inklusiver 1. Mai in Dietmannsried

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Lea, Nina, Marie und Lena (im Vordergrund, v.li.n.re) und Eva (sitzend) machten sich mit einem ausgeliehenen Rollstuhl und einem Fotoapparat auf den Weg durch Dietmansried, um zu testen, wo Barrierefreiheit für Gehbehinderte bereits umgesetzt ist und wo nicht. Im Hintergrund (v.l.): Stefan Raichle, Armin Ruf, Udo Eugler, Evas Mutter und Gemeindemitarbeiterin Catharina Stich.

Am 1. Mai stand in Dietmannsried heuer das Thema Inklusion im Vordergrund. Ein Gebärdendolmetscher begleitete den Festgottesdienst. Beim Maifest wurden die Speisekarten speziell für sehbehinderte Menschen gestaltet. Zudem startete in allen fünf Ortsteilen ein Fotolauf zum Thema Inklusion.

„Inklusion ist ein Grundanliegen der Marktgemeinde, daran arbeiten wir kontinuierlich“, sagte Gemeindesratsmitglied und Caritas-Mitarbeiter Dr. Armin Ruf im Gespräch mit dem Kreisboten. So seien das gemeindliche Freibad und das Foyer des Rathauses bereits barrierefrei umgebaut worden. Die Querungshilfe und die Bushaltestelle am Neubaugebiet in der Heisinger Straße wurden geh- sowie sehbehindertengerecht gestaltet. Zudem gibt es im Ort eine integrative Kindergartengruppe. Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit an der Grund- und Mittelschule sind fest eingeplant. Weitere unterschiedliche Maßnahmen im gesamten Gemeindegebiet sollen nach und nach folgen.

„Mit Unterstützung des Ortsvereinevorstands Udo Eugler versuchen wir seit einiger Zeit verstärkt, das Thema auch in die Vereine zu bringen“, so Ruf. Inklusion beschränke sich dabei keineswegs auf Menschen mit körperlichem Handicap, wie etwa Geh-, Seh- oder Hörbehinderte, betonten er und sein Kollege Stefan Raichle von der Caritas-Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung. „Der Begriff lässt sich viel weiter fassen und bezieht beispielsweise auch demenziell erkrankte Menschen, Asylbewerber oder auch sozial schwächer gestellte Mitbürger oder Familien mit ein, für die es vielleicht finanziell schwierig ist, Mitgliedsbeiträge in Vereinen aufzubringen. Unser langfristiges Ziel ist es, Barrieren jedweder Art abzubauen und so die Teilhabe aller Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, Krankheit, Bildung o.ä. an ganz alltäglichen Dingen selbstverständlich zu machen.“

Michael Geisberger, Diplomtheologe und Pastoralreferent für Hörgeschädigten-Seelsorge beim Bistum Augsburg brachte vielen Gemeindebürgern das Thema näher, indem er den Festgottesdienst als Gehörlosendolmetscher simultan übersetzte. „Ich weiß, dass einige Gehörlose extra aus diesem Anlass hierhergekommen sind. Sie haben sich sehr über diese seltene Gelegenheit gefreut“, sagte er. Als weiteres Mittel, um möglichst viele Menschen auf leichtfüßige Art und Weise zu erreichen und für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, findet aktuell in allen Ortsteilen ein Fotolauf statt. Gruppen ab drei Personen sind eingeladen, mit dem Blick eines kleinen Menschen, eines Gehbehinderten, einer Mutter mit Kinderwagen, eines Seh- oder Hörgeschädigten etc. durch die Orte zu gehen und bis zum 8. Mai mit einer Kamera negative und positive Gegebenheiten festzuhalten. Die Bilder werden vom 18. September bis 20. Oktober im Rathausfoyer ausgestellt und dann im Sozialausschuss diskutiert.

Sabine Stodal

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