Am Telefon fing alles an

Über den Besuch von Bürgermeister Josef Mayr (CSU, links) anlässlich ihrer Eisernen Hochzeit freuten sich Emma und Manfred Janek sehr. Foto: Läufle

Eisern durchgehalten haben Emma und Manfred Janek immer. Schon kurz nachdem sie sich im Jahre 1943 kennen gelernt haben, waren sie erst einmal wieder für gut eineinhalb Jahre getrennt. Doch das und einige weitere schwierige Lebensphasen hielten sie nicht davon ab, zusammen glücklich zu werden. Und quasi als Belohnung konnten sie am Freitag ihre Eiserne Hochzeit feiern. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal erlebe, 65 Jahre sind ein Menschenleben“, sagte Emma Janek beim Besuch von Bürgermeister Josef Mayr (CSU).

Gerührt nahm sie einen Blumenstrauß von Mayr entgegen und auch ihr Mann Manfred freute sich über die Schale mit lauter Köstlichkeiten. Der Bürgermeister beglückwünschte das Jubelpaar und überbrachte im Namen des Ministerpräsidenten Horst Seehofer ein Glückwunschschreiben sowie ein Buch über Bayern. Post vom Bundespräsidenten hat das Ehepaar Janek bereits einen Tag vor der Eisernen Hochzeit bekommen. Kennen gelernt haben sich Emma und Manfred Janek in Lemberg (damaliges Polen, jetzt Ukraine). Der mittlerweile 87-Jährige aus Schlesien war Soldat und kam 1943 nach einer Verwundung aus Stalingrad nach Lemberg in die Krankensammelstelle. Seine jetzige Frau war damals Heeres-Nachrichtenhelferin. Die beiden kannten sich zunächst nur vom Telefon her. Als Emma Janek ihren zukünftigen Mann das erste Mal zufällig sah, wusste sie noch nicht, dass es der Mann war, mit dem sie schon oft telefoniert hatte. Ihr gefielen aber vor allem die schwarzen Haare des „Unbekannten“. Im Februar 1944 wurde die 86-Jährige vom Lemberg nach Bologna versetzt. Die Verliebten hielten den Kontakt telefonisch und schriftlich, sahen sich aber gut eineinhalb Jahre gar nicht. Später kam Emma Janek nach Gellnhausen bei Gießen. Von dort „haute sie ab“ und war ab Ende März 1945 drei Wochen hauptsächlich zu Fuß unterwegs, bis sie in ihrem Geburtsort Dietmannsried ankam. Ihr Mann kam nach dem Krieg in russische Gefangenschaft. Die Russen beschlagnahmten damals ein Auto, in dem er unterwegs war und nahmen ihn gleich mit, damit sie einen Fahrer hatten. Er kam an die ungarische Grenze ins Lager und ist, wie er sagte, ebenfalls „abgehauen“. So war er ab Anfang Juni 1945 auf der Flucht, bis er am 1. August in Kempten ankam. „Mein Mann ist mir nachgelaufen“, meinte Emma Janek schmunzelnd. Am 14. Januar 1946 folgte die Hochzeit im „Ochsen“ im Dietmannsried. Gefeiert wurde mit etwa 25 Gästen. Ereignisreiches Leben Knapp ein Jahr nach der Hochzeit kam der Sohn des Ehepaars auf die Welt, 1951 wurde die Tochter geboren. Mittlerweile hat das Jubelpaar vier Enkelkinder und zwei Urenkel. Manfred Janek war Friseur und legte auch die Meisterprüfung ab. Zudem engagierte er sich bei der Innung, als Fachlehrer, als Lehrlingswart im Prüfungsausschuss und bei der Jury beim Preisfrisieren. Im Oktober 1952 übernahm er das Geschäft seines Chefs, da dieser nach Amerika auswanderte. 1973 übergab Janek den Laden an seinen Sohn, der ebenfalls Friseur war. Der heute 87-Jährige war noch zehn Jahre beim Arbeitsamt angestellt und ging in den Ruhestand. Emma Janek war, bevor sie Heeres-Nachrichtenhelferin wurde, bei der Käserei Champignon beschäftigt und half später im Friseurladen mit. Manfred Janek war außerdem noch viele Jahre 2. und 1. Vorstand des Schlesiervereins. Heute ist das Ehepaar nach eigener Aussage sehr glücklich und zufrieden. Richtig gefeiert wurde die Eiserne Hochzeit am Samstag im Kreise der Familie. Für die Zukunft wünschen sich die beiden, dass sie gesund bleiben. Außerdem wollen sie weiter Freude an ihren Kindern und Enkelkindern haben, die alle gesund und erfolgreich sind.

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