Der Teufel steckt nicht im Detail

Jedes Detail der Nordspange scheint von vorne bis hinten genauestens durchplant und durchdacht zu sein – dieses Bild vermittelte jedenfalls vergangenen Mittwoch eine Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt zur vorgesehenen Verbindung zwischen Memminger und Dieselstraße.

Um interessierten Bürgern den Vorentwurf des Bebauungsplans „Nordspange“ vorzustellen und über Ziele und Auswirkungen der Planung zu berichten, fand sich im Haus Hochland eine zwölfköpfige „Expertenrunde“ ein, die aus den verschiedenen an der Umsetzung beteiligten Gremien zusammengesetzt war. Vertreten waren dabei unter anderem Fachbüros vom Hochwasserschutz, der Verkehrsplanung, dem Umwelt- und Naturschutz, dem Immissionsschutz, dem Brückenbau und die Stadtverwaltung mit verschiedenen Instanzen. Zu Beginn führte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) nochmals den Grund für die Notwendigkeit der Nordspange an: „Wir müssen auf die jüngste Entwicklung der Stadt und auch ihre künftige Entwicklung reagieren. Die Ausdehnung der Siedlungsgebiete im Norden brachte Verkehr, und den gilt es effektiver zu verteilen.“ Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann präsentierte die dazugehörigen Zahlen: Auf der Kaufbeurerstraße und dem Berliner Platz habe es zwischen 2002 und 2008 drastische Verkehrszunahmen um bis zu 18 Prozent gegeben. Laut Prognose steigen diese ohne die Nordspange bis 2020 um weitere 15 Prozent. Nun habe man versucht, bei der Ausarbeitung des Bebauungsplans die Planungsziele „leistungsfähige Straße“, „Einbindung ins Landschaftsbild“, „Gewährleistung des Hochwasserschutzes“ und „Minimierung des Eingriffs in Natur und Landschaft“ zu verwirklichen. Bau wird teuer Das sind die Ergebnisse des Vorentwurfs in Kürze zusammengefasst: Straße: Die neue Fahrbahn ist 7,50 Meter breit mit beidseitigem Geh- und Radweg mit Anschluss an den Illerradweg. Der Anschluss an die Dieselstraße erfolgt über einen Knotenpunkt. Die erlaubte Geschwindigkeit soll 60 km/h betragen. Brücke: Der Illerüberweg ist 159 Meter lang, situiert auf Höhe des Biomasse-Hofs in Ursulasried. Die Brücke besitzt seitliche Glaswände mit Streifen als Salz-Spritzschutz und Fledermausschutz (so können Kollisionen vermieden werden). Wegen dem nicht-tragfähigem Untergrund („wie Blätterteig“) werden Pfähle bis 60 Meter Länge zur Gründung der Brücke benötigt. Im Sinne des Hochwasserschutzes wird eine Vorlandabsenkung am Illerufer vorgenommen, sodass unter der Brücke eine höhere Fließgeschwindigkeit besteht und keine Wasser-Aufstauung entstehen kann. Ausgleichsplanung: Um den Eingriff in Natur und Landschaft auszugleichen, wurde ein Grünordnungsplan erstellt. Dieser sieht ökologische Verbesserungen auf fünf Flächen von insgesamt 13 ha Größe vor. Dies sind sogar 1,7 ha mehr, als gefordert. Dabei werden zum Beispiel Trockenrasenflächen entwickelt, Feuchtmulden geschaffen und Wesen extensiviert. Ein größerer Eingriff ist vor allem die Überführung eines Fichtenwaldes in einen Auwald. Lärmbelastung: Berechnet wurden rund 20 Standorte, bei denen die Einführung eines passiven Schallschutzes, das heißt Schallschutzfenster, notwendig sein wird. Die Eigentümer dieser Gebäude müssen die Maßnahmen selber vornehmen, können jedoch einen Antrag auf Kostenerstattung stellen. Kosten: Addiert man die Kosten von Brückenbauwerk (4,9 Millionen), Straße (2,6 Millionen), Vorlandabsenkung (0,4 Millionen), Ausgleichsmaßnahmen (1,9 Millionen) Grunderwerb (0,3 Millionen) und Planung (1,7 Millionen) so kommt man auf eine Gesamtsumme von 11,8 Millionen Euro.

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