Theater zum Fragenstellen

Ab 1. Juni liegt die künstlerische Leitung des TheaterInKempten (TIK) in Händen von Nikola Stadlemann. De facto hat sie schon die letzten Monate intensiv an der ersten Spielzeit unter ihrer Federführung gearbeitet. Neben ihren Aufgaben als derzeit noch Leiterin der Dramaturgie und Produktion hat sie für eine spannende TIK-Saison 2010/2011 gesorgt.

Der sehr vielseitige Spielplan steht und wurde zusammen mit dem frisch aufgemachten Spielzeitheft „Spielwies’n 2010/2011“ Ende März der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Rückmeldungen darauf „sind bislang sehr positiv“, freute sich die neue TIK-Direktorin im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Lediglich das Titelmotiv des Vorschauheftes „wird diskutiert“, räumte sie ein. Ein Umstand, den sie „schön“ findet. Besonders freue sie sich über die Leute, die ganz im Sinne eines von ihr angestrebten Theaters als Ort der Kommunikation, „nachfragen was ich mir dabei gedacht habe“. Manche Eltern hätten Bedenken, dass das Kinder- und Jugendtheater künftig verstärkt im TheaterOben stattfinde. Eine mit Bedacht getroffene Entscheidung. Denn der kleine Raum gestatte „mehr Nähe und direkteren Kontakt“, was den Zugang zum Theater fördere. Oft würden die Kinder nach dem Stück Fragen an die Akteure richten, was den Theatherbesuch „sehr lebendig macht und von keinem Fernseher oder Kino geleistet werden kann“. Zudem sei das „große Theater“ in zwei Vorstellungen ebenfalls erlebbar. Es liege ihr generell daran, die Kontaktmöglichkeiten zwischen Theater und Publikum als Einführungen oder Nachgespräche in der Bar auszubauen. Den Erwartungsdruck von außen nehme sie durchaus wahr. „Aber den meisten Druck mache ich mir selber“, gab sie schmunzelnd zu. So biete sie nicht nur bei den Eigenproduktionen möglichst „viele Theaterspielarten“ an. Denn „die Lust am Theater“ wecken ist ihr ein Anliegen, in der Hoffnung, dass die Theaterbegeisterung des TIK-Teams auch das Publikum ansteckt – die spielerische Auseinandersetzung mit dem Theater, sich auf Überraschungen einlassen und nicht alles immer so ernst nehmen. „Theater ist nicht da, um Antworten zu geben, sondern um Fragen zu stellen“, wie sie meinte. Stressige Zeiten Viel Zeit zum Durchatmen wird ihr in der anstehenden Sommerpause jedenfalls nicht bleiben. Bis es im Oktober wieder richtig los geht im TIK, müssen unter anderem Druckmaterialien wie Banner, Flyer, Jahresleporello erstellt und das Briefpapier auf die neue Direktorin abgeändert werden. Zudem will das TIK auf der Allgäuer Festwoche, die in die Theaterferien fällt, wieder Präsenz zeigen, wo sich die „Kulturinitiativen auf einer eigenen Präsentationsfläche“ zusammentun. "Das letzte Wort" Die Urlaubsunterbrechungen „machen alle ohne zu murren mit“, hob sie die Loyalität des eingespielten Teams hervor. Auch für sie werde es keinen richtigen „Schnitt“ vor der neuen Herausforderung geben, zumal die Proben für „Matchpoint“, dem Eröffnungsstück der neuen Saison am 17. Oktober, letzte Woche angelaufen seien. „Der Luxusurlaub auf Hawaii wird also nur ein zweiwöchiger Urlaub in Peking bei meiner Schwester, die dort am Goetheinstitut arbeitet“, scherzte sie. Und was ändert sich mit der neuen Aufgabe für sie ganz konkret? „Plötzlich das letzte Wort zu haben“, kam als augenzwinkernde Antwort.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare