Des "Theaters" vorletzter Teil?

Sportausschuss ermöglicht Voraussetzungen für einen späteren Bau der Schnitzelgrube beim TV Kempten

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Ob es mit der Schnitzelgrube für die Turner des TV Kempten und die TG Allgäu noch etwas wird, ist immer noch offen. Vorerst jedenfalls konzentriert sich der TV Kempten auf die Renovierung seiner Räume im Aybühlweg.

Kempten – Eine neue Episode in der Serie „Zahlenspiele“ gab es am Donnerstag vergangener Woche im Ausschuss für Schule und Sport. Vorerst wird es eine der letzten sein. Weil der TV Kempten bei der Sanierung des Sportparks am Aybühlweg die Grundlagen dafür legen will, dass dort später die Schnitzelgrube für seine Sportler und die Turner der TG Allgäu gebaut werden kann, gewährte das Gremium einfach gesagt eine Art „Vorschuss“ auf die schon bewilligte Schnitzelgrubenförderung von 650.000 Euro. Klappt es wider Erwarten nicht mit der Grube, muss das Geld wieder zurückfließen.

Nachdem die Verantwortlichen des TV Kempten keine billigere Bauvariante finden konnten, mit der der genehmigte städtische Zuschuss von 650.00 für den Bau der Schnitzelgrube reichen kann, wird das Becken für den Schaumstoff vorerst nicht ausgehoben. Allerdings möchte der TV Kempten den ohnehin zu sanierenden Eingang der Geschäftsstelle so gestalten, dass dort „die Grundlagen für einen möglichen späteren Bau einer Schnitzelgrube“ gelegt sind. In dem Schreiben hatte der Verein bereits auf dringend darum gebeten, dem anstehenden Umbau der Geschäftsstelle, des Fitnessbereichs mit seinen Umkleiden und dem Neubau des Sportpark-Eingangs „grünes Licht“ zu geben. Mit dem am Donnerstag gefassten Beschluss des Sportausschusses ist nun ein weiterer Schritt in Richtung Baubeginn getan.

Für alle drei Baumaßnahmen zusammen stellt das Gremium einen gedeckelten, 20 Prozentigen Zuschuss in Höhe von rund 187.400 Euro in Aussicht. Zusätzlich werden rund 44.800 Euro fließen. Diese hatte die Stadt noch an den beiden Vortagen der Ausschusssitzung mit dem derzeit geschäftsführenden Vizepräsident des TV Kempten Hans Leidl vereinbart. Somit erhält der Club auch für die Kosten, die bei der Renovierung schon jetzt für die spätere Schnitzelgrube fällig werden, eine Förderung. Das sind Erdarbeiten, Bohrpfahlgründung, Natur- und Betonsteinarbeiten, Klempnerarbeiten und Tischlerarbeiten unter anderem für die Fundamentstreifen und den Abschluss der Außenwand im Eingangsbereich.

Der im Haupt- und Finanzausschuss im November ins Investitionsprogramm eingestellte Betrag von 650.000 selbst „kann für die Sanierung nicht eingesetzt werden, weil er zweckgebunden ist für die Schnitzelgrube“, erklärte Mayer, diese werde jetzt ja noch nicht realisiert. Allerdings können die rund 44.800 Euro später verrechnet werden, wie er auf Nachfrage von Harald Platz erläuterte.

Für den Fall, dass der TV Kempten bis 2025 doch kein Becken für Schaumstoffbrocken baut, greift eine Rückzahlklausel. Dann muss der Verein die 44.800 Euro rückerstatten.

Zur Debatte stand in der Ausschusssitzung noch, ob es sich bei den im November vom Haupt- und Finanzausschus gewährten 650.000 Euro um eine Förderung allein für die Schnitzelgrube oder für den gesamten Umbau inklusive Fitnessbereich mit Umkleiden, Geschäftsstelle, neuem Eingang und Grube handelte, wodurch die erneute Förderung ja hinfällig gewesen wäre. Siegfried Oberdörfer (SPD) und seine Parteikollegin Katharina Schrader wiesen darauf hin, dass aus der aktuell von Mayer vorgelegten schriftlichen Aufstellung, hervorgehe, 650.000 seien für alle Baumaßnahmen zusammen vorgesehen. Mayer verneinte dies. Für strittig hielt Oberdörfer auch Mayers Aussage, dass neben den Sportlern der TG Allgäu rund 1200 Turnerinnen und Turner des TV Kempten aus der Schnitzelgrube Nutzen ziehen könnten. „Im Verein sind nur 70 Leistungssportler“, die die Grube nutzten.

Am Ende war OB Thomas Kiechle zufrieden mit der Entscheidung, weil die Schnitzelgrube „dahin kommt, wo sie hingehört“. Trotzdem gab es einen Wermutstropfen. Weil sie teilweise auf dem jetzt gebauten Eingangsbereich stehen wird, werden 30.000 Euro für Rückbau und doppelten Bauaufwand „verloren“ sein, wie Mayer das Hochbauamt auf die Frage von Katharina Schrader hin zitierte.

Nun muss der Beschluss noch den Haupt- und Finanzausschuss passieren.

Susanne Kustermann

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