Ein Thema, das offenbar bewegt

Das Interesse in der ersten Planungswerkstatt „Iller – erleben“ dabei zu sein und Ideen einzubringen war riesig. Foto: Tröger

Über die unerwartet große Resonanz staunten die Organisatoren nicht schlecht: Knapp 100 Leute waren zur Planungswerkstatt „Iller – erleben“ in die ehemalige Stadtsäge des AÜW gekommen, um ihre Ideen zur Integration des Flusses in das Kemptener Leben einzubringen. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) räumte ein, dass schon seit vielen Jahren diskutiert werde, wie die „sehr dominante“ Iller Teil des städtischen Lebens werden könne. Umso mehr begrüßte er, dass die Altstadtfreunde mit der Vorlage ihres Konzeptes nun die aktive Entwicklung angestoßen haben.

Mit den bereits bewilligten 30 000 Euro soll der voraussichtlich mehr als zehn Jahre dauernde Prozess – der auch Faktoren wie Wasserökologie oder Naturschutz beinhalten soll – ins Rollen kommen. „Die Zeiten, in denen wir mit dem Rücken zur Iller gelebt haben sind vorbei“, verbreitete Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, die Aufbruchstimmung auch unter den generationenübergreifenden Workshop-Gästen. Wie bereits mehrfach berichtet, sieht der Konzeptentwurf der Kemptener Altstadtfreunde einen eher ruhigeren Erholungsbereich südlich der Illerbrücke vor und einen für Aktivitäten im Norden. Dabei sollen, so Markmiller, das „vorhandene Potential“ – unter anderem das neue Wasserkraftwerk, die neue Fischtreppe oder die Georgsinsel – genutzt werden sowie die Aktivitäten der Brückensurfer oder BMX-Radler „zu Trendpsortarten“ avancieren. Parallel wurden in 45-minütigen Runden Ideen für den südlichen und den auch sichtbar mehr Interessenten anlockenden nördlichen Bereich gesammelt und mit roten Punkten am Ende mehr oder weniger Bedeutung verliehen. In einer „Schmetterlingsrunde“ – wie Baureferentin Monika Beltinger es nannte – wurden die Ergebnisse dann kurz den restlichen Teilnehmern erläutert, die dort ebenfalls Anregungen beisteuern konnten. „In der ersten Gruppe waren sehr viele Jugendliche hier“, nannte Kemptens Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann in der „Schmetterlingsrunde“ den Grund, warum im nördlichen Aktivbereich die „stehende Welle“ – eine nicht ganz billige Einrichtung – ganz oben in der Wunschliste rangierte. Viele Wünsche Gleichermaßen für Nord und Süd waren bessere Zugänglichkeit und Pflege beider Uferseiten, Gastronomie am Fluss und öffentliche Toiletten vorrangige Themen. Neben vielem anderen wurde auch der teilweise schlechte Zustand des Rad- und Gehweges angesprochen, verbunden mit dem Wunsch eines geschlossenen Iller-Radweges von Ulm bis Oberstdorf. Zeitnah wolle man weitermachen, wie Baureferentin Beltinger betonte und kündigte an, bereits Anfang nächsten Jahres erste Ergebnisse der Planungswerkstatt vorzustellen und erneut zu diskutieren. Um sich „schon mal Gedanken zu machen“, waren zum Workshop zudem bereits vier Büros für Landschaftsarchitektur eingeladen worden. „Das Verfahren fanden wir gut“, war aus den Teilnehmerreihen zum Ablauf des Abends zu hören.

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