Von der Theorie in die Praxis

„Ihr seid mit eurer Gruppe auf einem Zeltlager. Bei der Lagerolympiade veranstaltet ihr auch ein Tauziehen. Plötzlich lässt ein Teil der gegnerischen Gruppe das Seil los.“ So lautete jetzt eine der praktischen Aufgaben für die Teilnehmer des Kreiswettbewerbs des Jugendrotkreuzes. Routiniert zieht sich der 13-jährige Manuel daraufhin Einmalhandschuhe über und übergibt seiner gleichaltrigen Partnerin Saskia das zweite Paar aus der Erste-Hilfe Tasche. Dann besprechen die beiden eilig das weitere Vorgehen: „Eine Verbrennung zweiten Grades und eine Schürfwunde an beiden Knien, da brauchen wir Unterstützung.“ „Gut, du setzt den Notruf ab, ich kümmere mich um die Wundversorgung.“

Über 210 Kinder und Jugendliche des Jugendrotkreuzes aus den Kreisverbänden Lindau und Oberallgäu hatten jetzt in Weiler die Gelegenheit zu zeigen, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Die bewerteten Disziplinen waren unter anderem Erste-Hilfe-Theorie, Rotkreuz-Wissen, Allgemeinwissen und Erste-Hilfe-Praxis. Die Sieger messen sich Ende des Monats mit Gruppen aus ganz Schwaben beim Bezirkswettbewerb in Aichach in den unterschiedlichen Kategorien. Dort qualifizieren sich die Gewinner aus den verschiedenen Bezirksverbänden für den Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb, der bei Würzburg stattfinden wird. Um allen die gleiche Chance zu geben, starteten die Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 27 Jahren in vier verschiedenen Altersklassen. Da die Teilnehmerzahl die der vergangenen Jahre erneut überstieg, war es notwendig, passende Räumlichkeiten zu finden. Die wurden schließlich vom Schulleiter der Volks- und Hauptschule Weiler und der Gemeinde Weiler-Simmerberg zur Verfügung gestellt. Für die Verpflegung und die Austragung des Wettbewerbsteils für die 18 Gruppen aus dem Landkreis Oberallgäu und die 16 Gruppen aus dem Landkreis Lindau waren über 60 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Allen Kindern und Jugendlichen stand während der Wettkampfpausen der Spieleanhänger des Kreisjugendrings Lindau zur Verfügung. Im Anschluss an die Wettkämpfe gab es für die Kinder und Jugendlichen eine Nachtwanderung mit Lagerfeuer und Gruselgeschichte. Den Einsatz der Teilnehmer würdigten der Bürgermeister der Gemeinde Weiler-Simmerberg, Karl-Heinz Rudolf, und der Vorsitzende des Lindauer Rotkreuz-Kreisverbandes, Franz-Peter Seidl, im Rahmen der Siegerehrung mit Grußworten. Alle Teilnehmer und Helfer bekamen ein kleines Geschenk zur Erinnerung. Verantwortung lernen Die Abkürzung JRK steht für Jugendrotkreuz, den anerkannten Jugendverband des Roten Kreuzes. In seiner Jugendarbeit üben und erleben die Ehrenamtlichen Mitglieder gleichberechtigt Gemeinschaftsfähigkeit, soziale und politische Mitverantwortung und die Fähigkeit zu kritischer Mitarbeit. Es bietet Raum und Hilfen zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und zur sozialen Orientierung. Durch die freiwillige Übernahme bestimmter Aufgaben sollen Kinder und Jugendliche Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen lernen. Weitere wesentliche Ziele der Arbeit des JRK sind das Handeln für Frieden und Völkerverständigung, den Einsatz für Gesundheit und Umwelt sowie soziales Engagement zu fördern. Bei allem Ernst sollen Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. Neue Mitglieder und auch Interessenten für die Mitarbeit als Gruppenleiter sind stets willkommen. Weitere Informationen dazu gibt es auch im Internet unter www.jrk-oberallgaeu.de.

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