Aller guten Dinge sind drei

Im dritten Anlauf soll es klappen

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Stadtrat Thomas Hartmann (rechts) spricht über seine Ziele als möglicher Kemptener Oberbürgermeister. Kassiererin Andrea Förstle und Vorstandssprecher Dr. Uwe Vry hören ihm interessiert zu.

Kempten – Dieses Mal meint er es nach eigenen Angaben wirklich ernst: Thomas Hartmann tritt bei der Kommunalwahl im März 2014 zum dritten Mal als Oberbürgermeisterkandidat für die Grünen an.

Die Mehrheit seiner Kemptener Parteikollegen schickte ihn bei der Aufstellungsversammlung am vergangenen Donnerstagabend im Haus International ins Rennen. 13 der 16 Stimmberechtigten entschieden sich für Hartmann. 

Mit seiner ersten Kandidatur habe er eigentlich in den Kemptener Stadtrat einziehen wollen. „Beim zweiten Mal kandidierte ich, um die Stadtratfraktion der Grünen zu vergrößern“, sagte Thomas Hartmann. Nun glaube er, dass er eine wirkliche große Chance auf das Oberbürgermeisteramt habe. Dies antwortete Hartmann Hans Schäfer, Beisitzer im Kreisvorstand, der fragte: „Thomas, du bist bereits zwei Mal nicht als Oberbürgermeister gewählt worden. Warum denkst du, dass du es diesmal schaffst?“ 

„Das ist eine ziemlich basisdemokratische Veranstaltung, denn hier seid heute ihr entscheidend. Bei uns entscheidet im Gegensatz zu anderen Parteien die Mitte der Versammlung“, berichtete Vorstandssprecher Dr. Uwe Vry zu Beginn. Er kritisierte, dass die CSU ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl erst Ende Juli nominiere, obwohl dieser schon lange feststehe. Die heiße Phase des Wahlkampfs beginne erst, meinte Michael Schropp, Grünen-Direktkandidat für die Bundestagswahl. „Wir sehen uns schwerem Gegenwind ausgesetzt. Seehofer läuft Sturm gegen die Energiewende.“ Es habe nichts mit der Energiewende zu tun, wenn der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erkläre, dass die Leistung des Atomkraftwerks Gundremmingen hochgefahren werde. „Ich würde mich freuen, wenn die Elektrifizierung der Bahn im Allgäu vorankommt“, so Schropp weiter. 

Ihm missfalle auch, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung Panzerexporte nach Saudi-Arabien billige. Bei den Vorschlägen für die Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt der Stadt Kempten blieb Thomas Hartmann der einzige Bewerber. „Wir als Grüne haben ein anderes Politikverständnis“, betonte der 50-jährige Familienvater bei seiner Vorstellungsrede. 

 Es gibt viel zu tun 

Derzeit gebe es einige kuriose Dinge in Kempten: große Löcher, die verunglückte Suche nach einem Standort für den Rettungshubschrauber, das Nichtweiterkommen bei der Vergrößerung der Stadtbibliothek. Den „soliden Haushalt“ der Stadt lobte der selbstständige Energieberater jedoch. Beim Klimaschutz gebe es aber lediglich Pseudomaßnahmen der Stadt. „Das Künstlerhaus sollte abgerissen werden, lag dann brach und hat sich nun so entwickelt, wie wir es uns gewünscht haben.“ 

Die Finanzausstattung der Kliniken werde allgemein heruntergefahren. „Wir brauchen durchaus Wohnraum. Doch es ist wichtig, dass es kein elitärer Wohnraum wird, sondern sozialer Wohnraum, der bezahlbar für Familien ist“, forderte der dreifache Vater. Stadtplanung müsse nicht immer funktional sein, sondern könne auch Lebensfreude beinhalten. „Ich hätte gern eine Art Entwicklungsschritt in meiner politischen Biografie.“ Der Aufstieg vom Stadtrat zum OB sei ein solcher Schritt. „Wir werden zweitgrößte Fraktion in diesem Stadtrat werden und neue Mehrheitsverhältnisse haben“, versprach Hartmann. Er habe „ungeheure Achtung“ vor der Aufgabe als OB. Die Verkehrsbelastung der Innenstadt wolle er verringern. „Der Ausbau der B12 ist für mich eine vollkommene Luftnummer, da es die A7 und die A96 gibt.“ Er sehe dies als unnötigen Eingriff in die Landschaft. „Was hältst du von der Suche nach einem Standort für den Rettungshubschrauber“, fragte Stadtrat Theo Dodel-Hefele. „Wir könnten uns deine Scheune anschauen, die sehr günstig liegt. Im Ernst: Der Standort in der Riederau ist die einzige Alternative“, erklärte Hartmann. Käme der Hangar für Christoph 17 nach Kaufbeuren, würde dies das gesamte südliche Luftverkehrsnetz durcheinanderbringen. 

Bei der Wahl entschieden sich 13 Stimmberechtigte für Hartmann, drei stimmten gegen ihn. Mit 14 Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde Erna-Kathrein Groll zur Ersatzkandidatin gewählt. „Wir müssen uns jetzt für Thomas stark machen, damit er in die Stichwahl kommt“, empfahl Stadtrat Hans Mangold. Alle Wahlberechtigten stimmten dafür, nicht gemeinsam mit einer anderen Partei anzutreten. Hartmann freute sich, dass es dieses Mal mehr als zwei Anwärter für das Amt gibt. „Die Erhöhung der Kandidaten ist zu begrüßen, da es gut für den demografischen Prozess ist und das Interesse schärft“, erzählte Hartmann gegenüber dem Kreisboten.

Franziska Kampfrath

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