Touristiker brauchen einen langen Atem

Mit den vielen Veränderungen innerhalb der Gesellschaft verändern sich auch Anspruchsdenken und Verhalten von Urlaubern. Vor allem moderne Technik spielt im Tourismussektor eine immer größere Rolle in den großen Urlaubsregionen. Um darauf rechtzeitig vorbereitet zu sein, haben die Verantwortlichen der Kempten Tourismus- und Veranstaltungs GmbH ein Tourismuskonzept in Auftrag gegeben, das Mag. Werner Taurer von der Agentur Kohl&Partner am Donnerstagabend im Werkausschuss präsentierte.

2020 ist Kempten das städtetouristische Ziel im deutschen Alpenraum überhaupt und macht Geschichte in besonderer Qualität erlebbar – das ist die Vision Taurers. 2010 hat Kempten zwar exzellentes Potenzial, um in Sachen Tourismus weit oben mitzuspielen. Doch das muss zum Teil erst noch genutzt und aktiviert werden – das ist die Realität Taurers. Größter touristischer Pluspunkt der Illerstadt ist den Österreichern zufolge unter anderem ihre historische Vergangenheit, das große Einzugsgebiet von bis zu 13,4 Millionen Menschen in einem Radius von eineinhalb Stunden, zahllose Veranstaltungen wie Jazz-Frühling oder Festwoche oder das enorme Angebot an Einkaufsmöglichkeiten. Dem gegenüber steht vor allem die fehlende Bekanntheit Kemptens, zu wenig Hotelbetten und das fehlende Zusammenspiel der verschiedenen touristischen Dienstleister. „Aber damit steht Kempten nicht alleine da“, so Taurer. Doch wie nutzt man die vorhandenen Chancen effektiv? Hier muss Taurer zufolge zunächst zwischen dem klassischen Kultur- und Städtetourismus ohne Übernachtungen, dem Kultur- und Städtetourismus mit Übernachtung, dem Wirtschaftstourismus und dem Tagungs-, Kongress und Eventtourismus als Geschäftsfelder unterschieden werden. Dazu kommt noch der klassische Rad- und Freizeittourismus. Ansetzen sollten die Verantwortlichen in Kempten insbesondere bei den Bereichen Inszenierung der Geschichte der Stadt, Weiterentwicklung des Hotelangebots, Zusammenarbeit und Vernetzung aller Beteiligten und die gemeinsame Bereitstellung von Geld. So empfiehlt er beispielsweise beim klassischen Städtetourismus, Historie und die Stadt selbst über effektvolle Inszenierungen und mit Hilfe modernster Technik erlebbar zu machen und bestehende Einrichtungen und Orte noch mehr zu inszenieren. Als Beispiele nannte er den APC, die Barock- und Doppelstadt oder die Museen. Um mehr Übernachtungen zu generieren, sei ein sinnvolles Instrument das gezielte Schnüren von Pauschal-Paketen zu bestimmten Anlässen wie etwa dem Weihnachtsmarkt, dem Tanzherbst oder den Fürstensaaclassix. Dass es das alles nicht umsonst geben wird, daran ließ Taurer keine Zweifel. Noch wichtiger sei allerdings die Qualität der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Anbietern. „Die eine Hand muss Anreize geben, die andere dann etwas tun“, betonte er. „Bündeln Sie Ihre Kräfte. Denn der Gast wird Sie immer als Gesamtbündel bewerten“, appellierte er. Abgesehen davon: „Drei bis vier Jahre werden Sie brauchen, um die ersten Erfolge zu spüren“, meinte er. Heinz Buhmann, Chef von Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice, betonte, dass man bereits an der Umsetzung des Papiers arbeite. Als jüngste Beispiele nannte er die nun möglichen audio-visuellen Stadtführungen (siehe Artikel Seite 4). Hinsichtlich der Vernetzung aller Beteiligten kündigte er an, dass erste Gespräche noch vor der Festwoche stattfinden sollen: „Schritt für Schritt geht es jetzt weiter“, so Buhmann.

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