Ehemalige Leiterin der Suttschule erhält Auszeichnung der Frauenliste

"Goldener Apfel" für Sirch-Erdogan

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Waltraud Sirch-Erdogan (links) ist die diesjährige Preisträgerin des „Goldenen Apfel”. Zu den Gratulanten gehört auch Stadträtin Elisabeth Slavicek (2.v.l.).

Kempten – Preisträgerin des „Goldenen Apfel“ der Kempt’ner Frauenliste ist heuer Waltraud Sirch-Erdogan. Die Vorsitzende der Frauenliste, Brunhilde Sobott, und Stadträtin Elisabeth Slavicek hatten jetzt die Ehre, das von Birgit Klügel gestaltete Kunstwerk an die Preisträgerin zu übergeben,

Laudatorin war die ehemalige SPD-Stadträtin Ingrid Jähnig. Waltraud Sirch-Erdogan wird mit diesem „Nobel-Preis der Frauenliste“ ausgezeichnet für ihre jahrzehntelange Arbeit für und mit Schulkindern und ihren Familien. Sie hat ihr Leben den Kindern gewidmet, hieß es. 1947 wurde sie als Älteste von vier Geschwistern in Kempten geboren. Sie stammt aus einer weitverzweigten Familie mit internationalen Wurzeln. Ihr Großvater war in Kairo geboren, einige Familienzweige führen bis nach Südafrika, Odessa (Ukraine) und Triest (Italien). Der Vater war Lehrer in Kempten und später Schulrat im Oberallgäu, die Mutter versorgte in wirtschaftlich schweren Zeiten die große Familie und engagiert sich auch heute noch mit 88 Jahren im sozialen Bereich. Sirch-Erdogan machte am Hildegardisgymnasium ihr Abitur und studierte im nahen Augsburg, da sie trotz ihrer Weltoffenheit immer großes Heimweh nach Kempten hatte. Nach dem Examen kehrte sie nach Kempten zurück. 

Abenteuerliche Reise 

1970 startete sie als Junglehrerin an der Suttschule in einer Klassen mit 54 Kindern, wovon 15 türkische Kinder waren. Sirch-Erdogan entwickelte eigenes Unterrichtsmaterial, integrierte die Eltern, baute „Zuckertüten“ für die Schulanfänger und kümmerte sich um die an der Suttschule tätigen türkischen Lehrer mit ihren oft befremdlichen Lehrmethoden. Fröhliches Lachen an jedem Schultag und für jedes ihr anvertraute Kind waren ihr erklärtes Ziel – und dieses Ziel habe sie in den meisten Fällen erreicht. 1985 machte sie eine abenteuerliche Reise mit einer jungen Kollegin und deren Verlobten in den Osten der Türkei, nach Kurdistan. Hier lernte Sie im fernen Dorf Doganli, das in einer wunderschönen Gegend liegt ihren späteren Ehemann Sahhaydar Erdogan kennen. Er folgte ihr mit seinen drei Kindern nach Kempten. So wurde aus der Lehrerin auch die Ehefrau und Mutter dreier türkischer Kinder, die nach Deutschland kamen und hier in eine neue Sprache und in ein neues Leben hineinwuchsen. 

1998 wurde Waltraud Sirch-Erdogan Leiterin der Suttschule. Jetzt setzte eine Entwicklung ein, die ganz bewusst die bisherigen Erschwernisse des Schulalltags anging. Heute ist die Suttschule eine „Vorzeige-Schule“ – inhaltlich wie baulich. Einen großen Anteil daran hatte Sirch-Erdogan. Der „Goldene Apfel“ der Kempt`ner Frauenliste ist ein Symbol für Fülle, Gehalt, Wohlergehen, Gediegenheit, Ausdauer und Geduld – all das, was sich in der Persönlichkeit und im Leben Waltraud Sirch-Erdogans wiederfindet.

kb

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