Traditionsmetzgerei lüftet Geheimnis

Die Metzgermeister Peer Altenried (links) und Valentin Weber (2.v.r.) zeigen Dr. Gerd Müller (2.v.l.) und Josef Leonhard Schmid, Vorsitzender der Mittelstands-Union, die Herstellung der Bergsteigerwurst. Foto: Läufle

Bei der Produktion der volkstümlichen Bergsteigerwurst ließ sich der Kemptener Metzgermeister Valentin Weber vor kurzem von einer Delegation der Mittelstands-Union über die Schulter schauen. Staatssekretär Dr. Gerd Müller (CSU), der ebenfalls am Betriebsbesuch teilnahm, sprach seine Anerkennung für den hohen Hygienestandard und insbesondere dafür aus, dass in der Metzgerei Weber an jedem Werktag die angebotenen Wurstwaren frisch hergestellt werden.

Metzgermeister Valentin Weber und seine „rechte Hand“ Metzgermeister Peer Altenried berichteten, dass ihr Arbeitstag zwischen 2 und spätestens 3.30 Uhr mit der Herstellung von Weißwürsten, Leberkäse, Lyoner usw. beginnt. Kritische Fragen stellten die Handwerker an Staatssekretär Müller wegen der umfangreichen Aufzeichnungspflichten nach den EU-Vorschriften. Vor allem kritisierten die beiden, dass es in Deutschland untersagt sei, deutsche Rinderdärme bei der Herstellung ihrer Wurstwaren zu verwenden. Man sei gezwungen, aus Südamerika importierte Rinderdärme, die qualitativ schlechter als die frischen deutschen Rinderdärme seien, zu verwenden. Dr. Müller erläuterte über die Hintergründe der von dem Fleischerbetrieb zu beachtenden Vorschriften, bei denen auch Verbraucherinteressen gesichert werden müssten. Der Staatssekretär erklärte, dass bei einer Änderung dieser Vorschrift eine Zustimmung aus der EU erforderlich sei. Mittelstands-Union-Kreisvorsitzender Josef Leonhard Schmid versprach den Metzgermeistern, dass sich die Mittelstands-Union um die Durchsetzung des Vorschlages, deutsche Rinderdärme wieder zu verwenden, kümmern werde. Weber schilderte, dass wegen der angestrebten guten Qualität bei der Wurstherstellung nicht überall Kunstdärme verwendet werden können. Individueller Geschmack Weber berichtete Staatssekretär Müller und den Mitgliedern der Mittelstands-Union zudem über die Entwicklung seines Betriebes von den sechziger Jahren bis in die Gegenwart. Er habe darauf gesetzt, hohes handwerkliches Können mit moderner Technik zu verbinden. Mit einem Investitionsaufwand von mehreren hunderttausend Euro habe der Betrieb die EU-Zulassung erhalten. „Ich brenne weiter darauf, täglich frisch und hygienisch einwandfrei eine Wurst herzustellen, die sich vom industriellen Angebot durch individuellen Geschmack unterscheidet“, verdeutlichte Valentin Weber. Staatssekretär Müller unterhielt sich mit langjährigen Angestellten im Betrieb und bestätigte Weber, dass sein Betriebskonzept modern und bei den Verbrauchern anerkannt sei. „Von meinem Sohn habe ich erfahren, dass insbesondere Sportvereine von Valentin Weber tatkräftig unterstützt werden“, sagte Müller. Weber bestätigte ihm sein Spenden-Engagement und schloss mit der selten gehörten Feststellung: „Ich zahle auch gerne Steuern.“

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