Trauer um Walter Keinert

Walter Keinert – hier im November mit der bayerischen Denkmalschutzmedaille – ist tot. Der Architekt starb plötzlich und unerwartet im Alter von 77 Jahren. Foto: Archiv

Plötzlich und unerwartet verstarb am 12. Januar der Dipl. Ing. Architekt Walter Keinert im Alter von 77 Jahren. Noch am 4. November war Keinert in München vom Bayerischen Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet worden (der KREISBOTE berichtete). OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hatte bei seinem Neujahrsempfang am 9. Januar Walter Keinert noch persönlich begrüßt und ihm für sein langjähriges Engagement gedankt.

Schon während und vor allem nach seiner erfolgreichen beruflichen Laufbahn als diplomierter Bauingenieur und Architekt hat sich Keinert ehrenamtlich um die Belange der Bodendenkmalpflege im Allgäu und nicht zuletzt in Kempten in hohem Maße verdient gemacht. Er informierte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege über geplante oder laufende Maßnahmen im Bereich von Bodendenkmälern, über Denkmalbeschädigungen und archäologische Funde. Keinert unterstützte die Tätigkeit der hauptamtlichen Archäologie immer wieder durch seine Mitarbeit bei Ausgrabungen im gesamten Allgäu. Zu den interessantesten und erfolgreichsten Unternehmen gehörten die Entdeckung und Ausgrabung der römischen „villa rustica” in Kohlhunden bei Marktoberdorf. Oftmals packte er auch bei archäologischen Untersuchungen im Stadtgebiet von Kempten mit an, speziell auch im Gelände der Römerstadt Cambodunum. Der Schwerpunkt seines Engagements lag auf der topografischen Vermessung von Bodendenkmälern, wie Burgruinen oder Burgställe, wobei er manche konventionell erfassten Denkmäler mit geophysikalischen Daten der Bayerischen Vermessungsverwaltung und durch Archivrecherchen ergänzen konnte. Besonders am Herzen lagen Keinert die Altstraßen, speziell die Römerstraßen im Allgäu und darüber hinaus. Walter Keinert war eines der maßgeblichen aktiven Mitglieder im „Archäologischen Arbeitskreis Allgäu“ an der vhs in Kempten. Mit seinem Tod verliert die Archäologie im Allgäu einen wichtigen Fachmann und unermüdlichen ‚Streiter’ für die Erforschung und Bewahrung von Bodendenkmälern in Bayerisch Schwaben.

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