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Wiggensbacher müssen ihr Trinkwasser abkochen

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© PantherMedia / MattiaATH

Wiggensbach – Jetzt heißt es für die Wiggensbacher nicht nur Wasser sparen, sondern auch: Wasser abkochen. Bei Untersuchungen fand das Gesundheitsamt sogenannte „coliforme Keime“ in den Hochbehältern in Westenried.

Wegen der Wasserknappheit in den gemeindlichen Trinkwasserquellen wurde eine Notversorgung für den Gemeindebereich Wiggensbach einschließlich der Ortsteile Ermengerst und Westenried eingerichtet (der Kreisbote berichtete). Weil das Wasser unter anderem mit Tankfahrzeugen aus Kempten hertransportiert wird, nimmt das Gesundheitsamt besondere Trinkwasseruntersuchungen vor.

Dabei fanden die Beamten coliforme Keime. Coliforme Keime sind selbst nicht krankheitsauslösend, ziehen aber hygienische Sicherheitsmaßnahmen nach sich. Konkrete Maßnahmen zur Behebung dieser Störung sind bereits eingeleitet.

Damit sich niemand mit wasserbedingten Infektionskrankheiten ansteckt, darf das Trinkwasser nur abgekocht verwendet werden. Dafür sollte das Wasser sprudelnd kochen. Das gilt auch für das Reinigungswasser für Milchgeschirr.

Teilweise Kochzeit von drei Minuten nötig

Dient das Wasser der Nahrungszubereitung empfiehlt das Landratsamt, das Wasser sogar drei Minuten sprudeln zu lassen. Insbesondere bei empfindlicheren Menschen wie Senioren, Kranken oder Kindern. Die Drei-Minuten-Regel gilt auch für das Abwaschen von Salaten, Gemüse oder Obst. Selbst zum Zähneputzen sollte das Wasser drei Minuten gekocht werden. Für die Reinigung von Wunden oder die Nasenspülung gilt dasselbe.

Das abgekochte Wasser ist unbedenklich und kann ganz normal weiter verwendet werden. Für die Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) muss das Wasser nicht abgekocht werden. Dabei sollte man lediglich darauf achten, das Wasser nicht zu trinken und dass es nicht mit offenen Wunden in Berührung kommt. Für die Toilettenspülung wird kein abgekochtes Wasser benötigt, allerdings für das Spülwasser, sofern die Spülmaschine nicht eine Temperatur von 60 Grad Celsius erreicht.

In der Regel sind die Keime ein Indikator für die Wasserqualität. Woher sie kommen, „lässt sich nicht so einfach feststellen“, sagt Brigitte Klöpf, Pressesprecherin des Landratsamtes. Um die Wasserqualität zu verbessern, werden derzeit die Hochbehälter das Wasser und das Rohrsystem gechlort. Das sei übliche Praxis und ziehe keine Folgen für die Gesundheit nach sich, da die Chlor-Dosen so gering seien, erklärt Klöpf.

Sobald ein einwandfreies bakteriologisches Ergebnis vorliegt, gibt das Landratsamt eine neue Pressemitteilung heraus.

kb

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