Dem Triumph so nahe

Neue Strecke, nasse Fahrbahn, wertvolle Punkte und ein dritter Gesamtplatz: So lässt sich das Wochenende für das Liqui Mol -Team Engstler zusammenfassen. Erstmals war die Tourenwagenweltmeisterschaft in Japan zu Besuch, die Strecke war mit Vorsicht zu genießen, da an zahlreichen Stellen das Kiesbett nur kurz war und die Betonmauer nah. Zu spätes bremsen hätte somit fatale Auswirkungen haben können. Nichts desto trotz oder vielleicht gerade deswegen waren die beiden Läufe von Spannung und Nervenkitzel gezeichnet.

„Sämtliche Trainings und auch das Qualifying fanden im Trockenen statt, pünktlich zum Renntag setzte dann Regen ein“, erzählte Teammanager Kurt Treml. „Unser Team reagierte schnell und richtig: das Setup für den BMW wurde genau richtig gewählt“, so der Teammanager weiter. Im ersten Laut startete Franz Engstler von Platz vier der Privatfahrer. Die nasse Fahrbahn sorgte für zahlreiche Dreher im Teilnehmerfeld. Engstler konnte seinen BMW aber geschickt und ohne größere Blessuren ins Ziel fahren. Dabei machte er zudem noch einen Platz gut und sammelte so weitere sechs wichtige Punkte für die Gesamtwertung. Nach dem ersten Rennen trennten den Allgäuer noch sieben Punkte vom dritten Platz in der Gesamtwertung der Privatiers. Ein zweiter Platz bei den Privatfahrern im zweiten Laut würde reichen, um insgesamt den 3. Platz in der Tourenwagenweltmeisterschaft einzunehmen. „Natürlich ist der Druck vor dem zweiten Laut in Japan enorm. Um den zweiten Platz einfahren zu können, muss ich volles Risiko gehen und das bei der Strecke, wo die Ausläufe entlang der Rennstrecke eher sehr knapp sind“, so Engstler in der halbstündigen Reparaturpause zwischen den beiden Rennen. Hinzu kam die schwer wiegende Entscheidung, auf welchen Reifen gestartet werden sollte, denn die Strecke begann langsam aber sicher abzutrocknen. Einmal mehr bewies der Allgäuer Rennstall sein Know How – die Erfahrungen der vergangenen Jahre machten sich bezahlt. Phänomenales Rennen Engstler zeigte ein phänomenales Rennen und das obwohl er gleich zu Beginn einen Rempler eines Konkurrenten verbuchen musste, was die gesamte Spur an seinem BMW verzogen hatte. Dennoch konnte er sich zeitweise auf Platz neun im Gesamtteilnehmerfeld bewegen, bei den Privatfahrern bedeutete das Platz drei. Wenige Sekunden trennten Engstler von dem so wichtigen zweiten Platz. Einen Dreher im vorderen Drittel des Fahrerfelds konnte er nutzen und tatsächlich einen Platz gut machen. Nun galt es, die acht Punkte sicher ins Ziel zu bringen. Mit viel Jubel wurde Franz Engstler von seiner Crew empfangen. Hier gibt es dann einen wahren Grund zum Feiern: Zum einen den 2. Platz in Japan, zum anderen hat Engstler mit einem Punkt Vorsprung den dritten Platz in der Gesamtwertung der Privatfahrer übernommen. Zum Ziel erklärt hat man, den Vorsprung weiter auszubauen. Gelegenheit dazu hat das Team in drei Wochen, denn dann findet in Macau das legendäre Stadtrennen und gleichzeitig Abschlussrennen der Tourenwagenweltmeisterschaft 2008 statt. Franz Engstler wird hier als heißer Anwärter für einen Podestplatz gehandelt, denn der Allgäuer startete bereits in den vergangenen Jahren mehrmals erfolgreich in Macau. Da hier nur ein Laut ausgetragen wird, werden doppelte Punkte vergeben, was dem Wiggensbacher maximal 20 weitere Punkte bringen kann.

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