Verbandsversammlung der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu

Trockenheit führt zu mehr Wasserbedarf

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Herbert Seger, Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu, ging in seinem Bericht über das laufende Wirtschaftsjahr auf den steigenden Wasserbedarf in der Region ein.

Oberallgäu/Kempten – Wenige Niederschläge im Sommer 2018, gefolgt von einem ebenfalls trockenen Jahresbeginn 2019. „Ich brauche nicht zu wiederholen, wer im letzten Jahr unter extremer Wassernot gelitten hatte“, leitete Herbert Seger, Verbandsvorsitzender der Fernwasserversorgung Oberes Allgäu (fwoa) in seinem Bericht die Versammlung am vergangenen Mittwochmorgen im kleinen Sitzungssaal des Rathauses ein.

Besonders im Norden Kemptens sei eine gesicherte Wasserversorgung im vergangenen Jahr eine Herausforderung gewesen, weshalb mit vielen Gemeinden Gespräche geführt worden seien, die Interesse an einer Versorgung durch die fwoa bekundet hätten, so Seger weiter, der die Gemeinden Wildpoldsried, Haldenwang, Dietmannsried, Lauben, Wiggensbach und Altusried nannte. 

Um den steigenden Wasserbedarf sicherzustellen, sei die fwoa bereit, künftig Investitionen zur Erweiterung der Wassergewinnung „Seebach“ zu tätigen, um die Brunnenanlage auszubauen und einen Hochbehälter für die Bevorratung zu errichten. Die Gemeinden hingegen müssten die Versorgungsleitung und die Übergabeschächte an den Ortsnetzen sowie Hochbehältern gewährleisten. Deshalb brauche es in den nächsten ein bis zwei Jahren klare Zusagen und eine Entscheidungsfindung hinsichtlich Mengenbezug und Kostenbeteiligung der jeweiligen Gemeinden. 

Die Fernwasserversorgung Oberes Allgäu selbst sei nicht mehr zuschussfähig. Größere Investitionen gab es in 2019 nicht, was unter anderem daran gelegen habe, dass die fwoa erst noch eine Potenzialstudie durchführen werde, die mitunter Erkenntnisse zu Energie-Einsparmöglichkeiten mit neuerer Technik liefern soll. 

Durch die Studie seien im Bereich der energieeffizienten Erneuerung von Anlagen Zuschüsse zwischen 30 und 50 Prozent möglich, weshalb Investitionen in diesem Bereich auf das nächste Jahr verschoben worden seien, erklärte Geschäftsleiter Markus Spetlak. Bei den Einnahmen des Wirtschaftsjahres 2019 werde mit einem Plus von rund 25.000 Euro gerechnet, bei den Ausgaben sei gegenüber den Planzahlen mit Einsparungen von ca. 265.000 Euro zu rechnen, was unter anderem daran liege, dass kostenintensive Instandhaltungsarbeiten auf das nächste Jahr verschoben worden seien. Es werde ein positiver Cash-Flow von rund 315.000 Euro erwartet, stellte Seger die aktuellen Zahlen dar, wobei der letzte Monat des Jahres durch Hochrechnungen ermittelt worden sei. 

Im Anschluss erzählte der Verbandsvorsitzende von der Beteiligung an der Blue-Community-Aktion der Stadt Kempten und des Kemptener Kommunalunternehmens. Auch in 2020 würden Mittel in Höhe von 10.000 Euro bereitgestellt werden, um beispielsweise eine öffentliche Trinkwasserversorgung in anderen Ländern zu gewährleisten. „Bereits seit einigen Jahren arbeiten wir mit dem Verein Wasser für Senegal zusammen, um Brunnenprojekte zu unterstützen.“

Geschäftsleiter Markus Spetlak legte den Jahresabschluss von 2018 vor. Bei den Umsätzen sei durch den hohen Wasserbedarf im vergangenen Jahr ein Mehrergebnis in Höhe von 109.000 Euro gegenüber dem Planansatz erzielt worden. Die geplanten Kosten seien um 27.000 Euro leicht überschritten worden. Durch die Gegenüberstellung des Jahresfehlbetrags von rund 408.000 Euro mit den Abschreibungen (750.000 Euro) und Abgängen des Anlagevermögens (43.000 Euro) sei ein positiver Cash-Flow von 385.000 Euro ermittelt worden. Beim Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 weise der Erfolgsplan einen Fehlbetrag von ca. 795.000 Euro aus, der sich aus den Abschreibungen und diversen einmaligen Investitionen ergebe. 

Um den Vermögensplan des kommenden Jahres zu finanzieren, würden 294.000 Euro benötigt werden, für die auf freie liquide Mittel und Eigenmittel zurückgegriffen werde. Bei der Haushaltssatzung für das kommende Jahr sind laut des Erfolgsplans Erträge von rund zwei Millionen Euro und Aufwendungen von ca. 2,8 Millionen Euro veranschlagt.

Dominik Baum

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