Erstmal wieder auf dem Trockenen 

Schwimmer absolvieren letztes Training vor dem »Lockdown«

TV Kempten Schwimmer Jonathan Kuss (li.) und Jannes Matteo Große (re.).
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Für die beiden TV Kempten Schwimmer Jonathan Kuss (li.) und Jannes Matteo Große (re.) ist während des Lockdowns kein Training mehr möglich.

Kempten – Am letzten Freitag im Oktober haben die Wettkampfschwimmer des TV Kempten das letzte Mal vor dem „Lockdown“ in Deutschland im Wasser trainieren können.

Wir waren bei dieser letzten Trainingseinheit und haben Trainer und Sportler gefragt, wie sie mit dieser Situation umgehen werden: Cheftrainer Björn Koch: „Es ist echt schade, dass der Sport wieder eingeschränkt wird. Wir haben in den letzten Wochen viel an Technik und Kondition aufgebaut, die Gefahr ist, dass Vieles davon wieder verloren geht. Alle Gruppen sind sehr gut ins Training gestartet und der Lockdown trifft sie alle.“ Co-Trainer Helmut Hauber: „Unsere Schwimmer sind dieses Jahr richtig schnell unterwegs, wir hätten die Chance gehabt, mit drei bis fünf Schwimmern zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften zu fahren. Jetzt kommt der Lockdown, und alle Meisterschaften sind abgesagt, das ist für unsere Sportler echt ein Schlag in den Nacken.“

Anna Gil (15 Jahre): „Durch den Lockdown fehlt jetzt das Hobby, und da ich hier meine Freunde treffe, fehlt mir das auch. Im ersten Lockdown haben wir schon viele Trainingskilometer verloren und das mühsam wieder aufgebaut, jetzt geht das wieder los!“

Jannes Matteo Große (16 Jahre): „Wie in der Pause im Frühjahr werden wir versuchen, uns mit Athletik- und Fitnesstraining zuhause fit zu halten. Ein Ersatz für Wassertraining oder Wettkämpfe ist das aber einfach nicht.“

Jonathan Kuss (16 Jahre): „Das eigenständige Training zuhause wird sicher nicht so sein wie das Training mit einem Trainer dabei. Das ist wie in der Schule, wenn du zuhause allein vor dich hinarbeitest, ist die Motivation einfach nicht so, wie wenn ein Lehrer anwesend ist. Und wenn jetzt keine Wettkämpfe stattfinden, fehlt für das Training auch ein Ziel, sich zu motivieren.“

Thimo Thorandt (16 Jahre): „Ich find das einfach schlecht, kein Sport, keine Freunde treffen und so weiter … Das ist schon mit dem Homeschooling in der Oberstufe schwer genug, das Schwimmen war da ein guter Ausgleich.“

Valentina Wöhr (15 Jahre): „Deprimierend ist das, ohne Sport und Training ist es echt langweilig. Das Zusammensein mit der Mannschaft fehlt dann richtig schlimm.“

Kevin Schuster (18 Jahre): „Jetzt muss ich wieder richtig aufpassen, das gute Niveau zu halten. Es fehlt der Ausgleich, das Gewicht geht hoch, wenn du nicht drauf achtest, und dann musst du alles wieder aufholen, wenn du wieder ins Wasser darfst.“

Nina Reindl (16 Jahre): „Jetzt haben wir uns daran gewöhnt, die Maske bis an den Beckenrand anzuziehen, und halten die Regeln echt ein, und dann wird das Bad doch zugemacht, das ist richtig schade. Die Gemeinschaft im Training hast du halt beim Workout zuhause nicht.“

Lisa Thorandt (14 Jahre): „Ich weiß jetzt schon, dass alles wehtut, wenn wir irgendwann wieder anfangen zu trainieren, darauf freue ich mich gar nicht. Aber das ist allemal besser, als nicht trainieren zu können.“

Nachdem der Wiedereinstieg nach dem ersten „Lockdown“ trotz aller organisatorischen Schwierigkeiten gut geklappt hat, hofft Cheftrainer Björn Koch, dass dies ganz bald noch einmal so gut geht. Die Zusammenarbeit mit dem Cambomare sei hervorragend, die Hoffnung ist also da, dass noch in diesem Jahr wieder Wassertraining möglich sei.

ah

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