Im dritten Anlauf erfolgreich

Über 70 neue Wohnungen auf dem Maria-Ward-Gelände in Lenzfried

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Kempten – Von einem „Schnellschuss“ kann man sicher nicht sprechen, wenn es jetzt mit den Bebauungsplänen auf dem Gelände der ehemaligen Maria-Ward-Schule im Gerhardingerweg 4 in Lenzfried vorangeht. Bereits zwei Mal waren Entwürfe, die der Ravensburger Architekt Wolff Stottele im Auftrag des Bauherrn, der BreFa GmbH aus Woringen vorgelegt hatte, im Gestaltungsbeirat gescheitert.

Für den BreFa-Geschäftsführer Gerhard Breher war es der erste von ihm ausgelobte Wettbewerb und er sei „von der hohen Qualität der Arbeiten sowie des Preisgerichtes“ beeindruckt, wie er gegenüber dem Kreisboten angab. „Wir freuen uns auf die Realisierung“, meinte er zu dem „sehr guten Ergebnis“. 

Nach „einvernehmlicher“ Entscheidung sind Meck Architekten aus München mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten aus Bockhorn als Sieger hervorgegangen. Der Wettbewerb wurde nach Vorgaben des Gestaltungsbeiratsvorsitzenden Werner Binotto war auch Mitglied des Preisgerichts – ausgelobt. Der Siegerentwurf sieht eine „teppichartige Bebauung“ vor, wie in der Beurteilung des Preisgerichts steht, die „gut dimensionierte und präzise gesetzte Freiräume und klare Bezüge zum baulichen Kontext“ setze. 

Kernaufgabe der Auslobung für das hinter dem Kloster Lenzfried auf einer kleinen Anhöhe gelegene Areal war, dass „innovative Ansätze für dieses wertvolle Quartier gesucht werden“, respektive ein anderer Ansatz, „als den der Flächenmaximierung durch Baumasse“. So habe sich das Preisgericht für eine Arbeit entscheiden, „die mit einem Wechselspiel zwischen privaten Höfen und Gärten, halb öffentlichen Erschließungswegen und öffentlichen Plätzen eine fein gegliederte Wohnanlage vorschlägt, die eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität“ verspreche. Konkret sollen gut 70 Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen mit Flächen zwischen 31 und 100 Quadratmetern; Erdgeschosswohnungen mit kleinem Vorgarten, im 1. Obergeschoss mit Balkon oder Loggia und im Halbgeschoss darüber mit Dachterrasse. Ein fünfstöckiges Gebäude mit davorliegendem Quartiersplatz und Bergsicht soll betreutem Wohnen vorbehalten sein. Dass es direkt neben dem Friedhof angesiedelt ist, entspricht laut Preisgerichtsvorsitzendem Prof. Arno Lederer, Architekt aus Stuttgart, dem Wunsch vieler älterer Menschen, die kurze Wege für die von ihnen betreuten Gräber zu schätzen wüssten. 

Positiv werden die Erschließungsgassen zwischen den Häuserreihen bewertet, die zugleich halböffentliche Räume seien und auf dem zentralen Quartiersplatz münden. Lederer hob zudem die Anordnung der Sichtachsen hervor, unter anderem der freie Blick vom Chor des Klosters aus auf die Wirtschaft an der Lenzfrieder Straße. Das Projekt bekommt laut OB Thomas Kiechle eine Tiefgarage und „der Baumbestand zum Friedhof hin bleibt erhalten“, versprach er. Möglicherweise könnte auch noch eine Häuserzeile wegfallen, um die Bebauung „zu entzerren“. 

Auch der Knackpunkt Zufahrt konnte – zwar noch nicht im Detail aber in einem ersten Schritt – gelöst werden: Sie soll vom Wettmannsberger Weg her erfolgen. Als nächstes müssen die Details der gesamten Planungen ausgearbeitet werden. „Der erste Preis ist mutig“ und „wird ein Leuchtturmprojekt“, freute sich Wettbewerbsbetreuer Wolff Stottele. Alle Wettbewerbsbeiträge werden von Freitag, 12. April, bis Donnerstag, 18. April, im Hofgartensaal der Residenz öffentlich ausgestellt. Von insgesamt 27 eingeladenen Teams waren 13 von einem Gremium zur Teilnahme ausgewählt worden, davon haben zwölf ihre Arbeiten fristgerecht eingereicht.

Christine Tröger

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