Neuerungen werden angenommen

Neue Ideen greifen

+
Kleine Gedenktafeln an den Füßen der insgesamt 26 Bäume weisen auf den Friedwald auf dem Zentralfriedhof hin. Sieben Urnen können an jedem Baum beerdigt werden.

Kempten – Zu teuer und aufwändig im Unterhalt, wenig attraktiv für Besucher und ein nicht mehr zeitgemäßes Angebot: Um die städtischen Friedhöfe war es noch vor zwei Jahren nicht allzu gut bestellt.

Mit einem neuen Friedhofskonzept sollte auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert und die Anlagen neu aufgestellt werden – offenbar mit Erfolg, wie bei einer Ortsbesichtigung des Ausschusses für öffentliche Ordnung am Montagabend deutlich wurde. „Unglaublich, welche Dynamik in diesem Veränderungsprozess steckt“, sagte Bürgermeister Josef Mayr (CSU).

Wie Rechtsamtsleiterin Nadine Briechle den Ausschussmitgliedern am Montag bei einem Ortstermin auf dem Zentralfriedhof in der Rottachstraße erläuterte, fußt das neue Konzept vor allem auf den drei Säulen Erleichterung der Grünflächenpflege, Steigerung der Aufenthaltsqualität und neue Bestattungsangebote. Eine neue Gebührensatzung zur Senkung des Defizits trat bereits Anfang 2012 in Kraft (der Kreisbote berichtete).

Viele Verbesserungen konnten in Eigenleistung der Friedhofsverwaltung und ihrer Mitarbeiter geleistet werden. So wurden allein auf dem Zentralfriedhof in Eigenleistung drei neue Natursteinstelen als Wasserstellen aufgebaut und die Hecken rundherum gelichtet und die Wege frei gemacht, um sie besser sichtbar zu machen. Auf anderen städtischen Friedhöfen sollen die Wasserstellen demnächst ebenfalls erneuert werden.

Um der steigenden Nachfrage nach günstigeren Urnenbestattungen nachzukommen (508 in 2012, davon 352 anonym bei gleichzeitig 450 Erdbestattungen), hat die Friedhofsverwaltung um den technischen Betriebsleiter Michael Knaps verschiedene Modelle der Urnenbestattung eingeführt. So können auf dem Zentralfriedhof seit dem vergangenen Jahr im Friedwald mit seinen 26 Bäumen um jeden Baum sieben Urnen vergraben werden. Die Behälter sind biologisch abbaubar und verrotten nach etwa vier Jahren. An die Verstorbenen erinnern kleine unauffällige Messing- oder Bronzegedenktafeln im Randstein.

Keine längere Öffnung

Dem Trend zur Urne hin wollen die Verantwortlichen auch mit dem sogenannten Schmetterlingsgarten gerecht werden, der bereits zur Hälfte fertig gestellt ist. Dieser bietet Platz für 118 Gräber mit je zwei Urnen. „Der Trend zur Urne ist sehr groß“, so Uwe Sutter, stellvertretender Amtsleiter.

Zunehmend beliebter in diesem Zusammenhang werden laut Knaps auch Wiesenfelder mit übermähbarer Grabplatten, die es seit 2012 auch auf dem Zentralfriedhof gibt. Diese bedeuten – und das von den Verstorbenen oft so gewollt – kaum Pflegeaufwand für die Hinterbliebenen. „Die Arbeit am Grab ist oft der Knackpunkt“, betonte Knaps. Ungebrochen ist nach wie vor auch die Nachfrage nach Beerdigungen in einer Gemeinschaftsgrabanlage oder einer sogenannten integrierten Urnengrablösung, die im Frühjahr 2011 eingeführt wurden. „Das wird wahnsinnig gut angenommen“, berichtete der Betriebsleiter.

Darüber hinaus haben die 12 Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung den großen Christophorus-Brunnen im östlichen Bereich des Zentralfriedhofs im vergangenen Jahr restauriert. Außerdem wurden Hecken gestutzt oder ganz entfernt, um die Sichtbeziehungen zu verbessern und die Grabfelder besser erreichbar zu machen.

Die Attraktivität im Eingangsbereich erhöhen soll künftig eine Grabstein-Ausstellung einer Gruppe von zehn Steinmetzen, die dort kostenlos ihre Arbeiten präsentieren und verkaufen können. Allerdings regten Bürgermeister Mayr und die Stadträte Dr. Dominik Spitzer (FDP) und Peter Wagenbrenner (CSU) an dieser Stelle an, das Gespräch mit den Steinmetzen zu suchen und eine „einvernehmliche Lösung“ zu finden. Es könne nicht sein, dass die Stadt für die Fläche 1000 Euro bezahle, die Kunsthandwerker diese aber kostenlos zum Verkaufen nutzen könnten.

Eine von SPD-Stadtrat Wolfgang Henning vorgeschlagene Öffnung des Zentralfriedhofs bis 21 Uhr an Heilig Abend lehnte Amtsleiterin Briechle ab. Auf dem weitläufigen, verwinkelten und schlecht überschaubaren Areal könne die Verwaltung bei Dunkelheit nicht für die Sicherheit garantieren, erklärte sie.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare