Sehr hohe Kosten

Förderverein soll helfen

+
Schon von außen ist der Sanierungsbedarf der siebenhundert Jahre alten Überbacher Dorfkirche offensichtlich. Im Inneren bereiten Fäulnisschäden Probleme.

Dietmannsried/Überbach – Die Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute Dorfkirche „St. Johannes der Täufer“ im Diet- mannsrieder Gemeindeteil Überbach weist massive Schäden auf.

Das denkmalgeschützte Gebäude muss dringend renoviert werden. Doch ob und wie die fast 400 000 Euro teuren Maßnahmen finanziert werden können, ist noch unklar. Jetzt soll ein Förderverein gegründet werden, der bei der Beschaffung von Geldern mithilft. 

Das schmucke kleine Gotteshaus an der Hauptstraße in Überbach wurde um 1360 erbaut und verfügt neben kunsthistorisch bemerkenswerten Deckenmalereien auch über eine gut 160 Jahre alte Orgel des Münchner Orgelbaumeisters Max Maerz. Schon von außen ist der angegriffene Zu- stand des Gebäudes sichtbar, denn ringsum platzt die Fassadenfarbe ab und hinterlässt hässliche graue Schlieren. Ein Gutachten des Kemptener Ingenieurbüros Schütz hat ergeben, dass die Standsicherheit des Gebäudes zwar gegeben und keinerlei Gefahr im Verzug ist, der Schaden ist dennoch beträchtlich: Teile des (noch originalen) Dachstuhls weisen Fäulnisschäden auf, Decke und Chorgewölbe haben sichtbare Risse, die Wände der Sakristei sind durchfeuchtet und teilweise von Grünalgen befallen. Um das kleine Schmuckstück wieder in Form zu bringen, müssten die Fundamente vor Feuchtigkeit geschützt, die Schäden im Dachstuhl behoben, das Dach neu gedeckt und die Außenfassade erneuert werden. Kostenpunkt: um die 380 000 Euro. 

Nur einen Bruchteil davon kann jedoch die örtliche Kirchenverwaltung selbst aufbringen. Kirchenpfleger Johann Wölfle, der sich mit großem Engagement für die Instandsetzung „seiner“ Kirche einsetzt, hofft bei der Finanzierung daher auf Unterstützung durch die Bischöfliche Finanzkammer (BFK) in Augsburg. Eventuell könne man mit Zuschüssen in der Größenordnung von um die 60 Prozent rechnen, schätzt Armin Schmeikal, technischer Projektbearbeiter bei der BFK vor wenigen Tagen beim Ortstermin in Überbach. Garantieren könne er das freilich nicht, da diese Bewilligungen nicht in sein Ressort fielen, aber er versichert: „Wir sind ebenfalls bestrebt, eine gründliche Sanierung durchzuführen. Bisher haben wir immer einen Weg zur Realisierung gefunden.“ Wenn die Finanzierung steht, könne im Frühjahr 2014 mit den Arbeiten begonnen werden. Doch bei „nur“ 60 Prozent Zuschuss sei das Projekt nicht zu stemmen, zeigt sich Wölfle enttäuscht. Zumal er die Chance, zusätzliche Gelder von der Gemeinde und dem Landesamt für Denkmalschutz zu erhalten, eher gering einschätzt. 

 Nun versuchen die Mitglieder der Kirchenverwaltung, einen Förderverein zugunsten der Dorfkirche zu gründen, der sich um Spenden für die Instandsetzung und den Erhalt des Baudenkmals kümmern soll. „Wir haben schon eine Reihe von Interessenten, aber wir brauchen ganz dringend noch mehr Leute – nicht nur Überbacher –, die sich engagieren möchten, um unsere schöne Kirche zu erhalten“, so Wölfle. Interessenten sind willkommen und können sich beim Dietmannsrieder Pfarrbüro telefonisch unter 08374/57 57 melden. Sabine Stodal

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare