"Überregionale Bedeutung"

Museumsleiter Manfred Röhrl und Bürgermeister Johann Zeh mit Dr. Michael Henker, Leiter der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, und Hauptkonservatorin Dr. Hannelore Kunz-Ott von der Landesstelle im jetzigen, viel zu kleinen Lindenberger Hutmuseum. Foto: cut

„Aus Sicht der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen stellt das geplante Projekt ‘Reich der Hüte’ in Lindenberg eine Maßnahme von überregionaler Bedeutung dar.“ So lautet das Fazit der fachlich besten und neutralsten Prüfung, die man sich denken kann. Denn die Landesstelle ist weder ein Unternehmen, das etwas verkaufen will, noch eine Institution, deren Anliegen es wäre, die Zahl der Museen im Land in die Höhe zu treiben.

Sie ist eine neutrale, vom Freistaat finanzierte Stelle, die Museen unterstützen soll. Ferner prüft sie Museumsprojekte nach sachlichen, stichhaltigen Kriterien und mit viel Hintergrunderfahrung. Am Ende wird immer Tacheles geredet. Sie rät ab, wenn Projekte unausgegoren sind. Aber die fast euphorische Wertung des Projekts „Reich der Hüte“ ist ein Indiz dafür, dass Lindenberg etwas Einmaliges schaffen kann, das weit über Lindenberg und das Westallgäu hinaus Ausstrahlungskraft haben wird. Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen macht dabei auch deutlich, dass es mit einem etwas erweiterten Hutmuseum der jetzigen Form nicht getan ist. Moderne, zugkräftige Museen erfordern mittlerweile grundlegend andere Konzepte. Heutige Museen sind interaktiv aufgebaut. Sie beziehen die Besucher unmittelbar ein, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Kinder und Jugendliche werden durch gut inszenierte Ausstellungen ebenso angesprochen wie Erwachsene. Inszenierungen von Objekten und Situationen aber erfordern Raum, vor allem dann, wenn sie im weiten Umkreis anziehend wirken sollen. Deshalb weist die Landesstelle auf das schlüssige Lindenberger Museumskonzept hin: „Das in der Machbarkeitsstudie der Firma Argus erarbeitete Rahmenkonzept verbindet Sozial-, Technik-, Kunst- sowie Lokal- und Wirtschaftsgeschichte der Region in sinnvoller Weise miteinander”, heißt es. „Es stellt den Menschen in den Mittelpunkt der künftigen Präsentation: den Huthersteller und den Hutträger… Gegenwartsbezüge sowie eigene Kinderstationen sollen den künftigen Museumsbesuch zu einem unterhaltsamen und informativen Erlebnis machen.“ Professionelle Betreuung Neben der Dauerausstellung sind genügend große Räume für Sonderausstellungen, mit denen immer wieder neue Anreize gesetzt werden, Lindenberg und das Museum zu besuchen, eben so wichtig. Bedeutsam ist für die Fachstelle ferner eine professionelle Betreuung, die auch ein museumspädagogisches Konzept mit Workshops, Kinderprogrammen und Spezialführungen sicherstellt und die darüber hinaus auf intelligente Weise das Museum drinnen mit dem Leben draußen verknüpft. Wichtig ist der Fachstelle zudem, dass ein Museum mit den zu erwartenden Kosten richtig eingeschätzt wird. Dem Lindenberger Projekt „Reich der Hüte“ bescheinigt sie: „Die zusammengestellten Kosten für den laufenden Betrieb und das Personal sowie die geschätzten Einnahmen erscheinen aus derzeitiger Sicht realistisch.“

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