Die Planungen können beginnen

Umbau Kornhaus: Über ein Verfahren soll nun ein Architekturbüro gefunden werden

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Im Kornhaus stehen ab April 2019 größere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an.

Kempten – Nachdem in der letzten Werkausschusssitzung vor drei Wochen einige Fragen offen geblieben waren (der Kreisbote berichtete), befasste sich das Gremium am Dienstag erneut mit dem Umbau des Kornhauses.

„Wir befinden uns am Anfang einer Entwicklung, die zu einem veränderten Kornhaus führen wird. Das ist eine große Chance. Jetzt müssen wir in das Verfahren einsteigen, um die ersten Schritte zu machen“, fasste OB Thomas Kiechle zusammen.

Zuvor hatten Martina Dufner-Wucher, Geschäftsführerin von „Kempten Messe- und Veranstaltungsbetrieb“ und ihr Mitarbeiter Ulf Klüpfel nochmals vom aktuellen Stand und den nun geplanten Schritten berichtet. Die Interimsgenehmigung für die Nutzung des Kornhauses läuft wie mehrfach berichtet Ende 2018 aus. Das Allgäu Museum soll laut Beschluss des Kulturausschusses dann ebenfalls ausziehen. Die dann freiwerdenden Flächen im Erdgeschoss, ersten, zweiten Obergeschoss und Dachgeschoss sollen zum einen zur Ausweitung der Veranstaltungsflächen zum Beispiel für Tagungen und Seminare (rund 200 Quadratmeter) und zum anderen zur Vergrößerung der Ausstellungsfläche für Sonderausstellungen (rund 400 Quadratmeter) genutzt werden.

Im Rahmen der genaueren Planungsphase, die nun durch das VGV-Verfahren (Vergabe von Architektenleistungen oberhalb des Schwellenwerts. Dieser beträgt für Planungsleistungen durch den öffentlichen Auftraggeber derzeit 209.000 Euro netto.) gestartet werden soll, sollen neben den freiwerdenden Museumsflächen auch das Erdgeschoss (Café, Foyer, Garderobe) und das Kellergeschoss mit überplant werden. „Ein Architekt soll uns sagen, wo das Lager am besten hinpasst und wo die Garderobe. Es macht Sinn, das Kornhaus im gesamten anschauen zu lassen, damit wir dann optimale Bedingungen haben“, betonte Dufner-Wucher. Fest steht bereits, dass die beiden Dachgeschosse künftig vom Eigenbetrieb genutzt werden (Büroräume, Sozialräume, Haustechnik Kornhaus).

Für den Kostenrahmen bezifferte Dufner-Wucher 840.000 Euro für die finalen Brandschutzmaßnahmen, 785.000 Euro für die Dachsanierung und zwischen 1,3 und 2,5 Millionen Euro für Umbau und Sanierung, je nachdem, was alles gemacht wird. „Genaueres wissen wir erst, wenn die Planung steht.“ Klüpfel fügte noch dazu, dass für Sofortmaßnahmen bereits 107.000 Euro nötig waren.

In einer künftige Nutzung des Kornhauses rein durch den Eigenbetrieb sieht die Geschäftsführerin viele Vorteile: zusätzliche Räumlichkeiten für Tagungen und Seminare und eventuelle Nutzung und Vermietung dieser, unabhängig vom großem Saal (durch nördliches Treppenhaus im jetzigen Museumsbereich); zusätzliche Ausstellungsfläche für Sonderausstellungen; flexibel nutzbare Bewirtungsmöglichkeiten („Das Café würden wir nicht mehr sehen.“); steigende Mieteinnahmen; kürzere Wege; Optimierung Betriebsabläufe; optimierte Unterbringung für Stühle und Tische (Lagerfläche); Wegfall Miete Räume Sandstraße.

Der Werkausschuss beschloss einstimmig, dass nun in das VGV-Verfahren gegangen wird. Großer Vorteil an diesem Verfahren ist laut Hochbauamtsleiter Andreas Geywitz, dass dadurch erste Planungen im Wettbewerb schon eingesehen werden können, bevor der Auftrag an ein Architekturbüro vergeben wird.

Baubeginn: April 2019

Der Baubeginn im Kornhaus ist für April 2019 vorgesehen, im Juli 2020 soll der Veranstaltungsbereich fertig sein, im November 2020 dann das gesamte Gebäude. Klüpfel betonte jedoch, dass „ein altes Gebäude viel Ungewisses hervorbringen kann“.

Eine Vorplanung mit Kostenschätzung soll bis Mai 2018 vorliegen, die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung bis Juli 2018.

Melanie Weidle

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